Schock-Anruf bei Domian war ein schlechter Scherz

Staatsanwaltschaft ermittelt

Ein Anruf beim nächtlichen Radio-Talk mit Jürgen Domian sorgt seit Dienstag für reichlich Gesprächsstoff. Anruferin Christina aus Castrop-Rauxel wurde scheinbar während des Gesprächs verprügelt. Jetzt steht fest: Der Anruf war nur ein übler Scherz.

CASTROP-RAUXEL

, 24.02.2016, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schock-Anruf bei Domian war ein schlechter Scherz

Der Anruf in der Sendung von Moderator Jürgen Domian schockte die Zuhörer und Zuschauer.

In der Nacht von Montag auf Dienstag ging Jürgen Domian wie gewohnt beim Radio-Sender Einslive und im WDR-Fernsehen auf Sendung. Dann kommt der Anruf, der alle erschüttert: Die 23-jährige Christina erzählt von der häuslichen Gewalt, die ihr Partner ihr regelmäßig zufüge – mit Details wie Fausthieben und einer gebrochenen Nase. Im Hintergrund ist plötzlich eine männliche Stimme zu hören, dann ein dumpfes Geräusch und die Schreie der Anruferin. Das Gespräch bricht ab. Eine Mitarbeiterin des WDR alarmiert sofort die Polizei.

Die Beamten aus Castrop-Rauxel konnten die Anruferin schnell ausfindig machen und zu Hause aufsuchen. „Die Kollegen trafen sie an ihrer Wohnanschrift in ihrem Elternhaus an“, sagt Polizeisprecher Michael Franz. „Es gab zu diesem Zeitpunkt jedoch keinerlei Anzeichen für eine strafbare Handlung.“

Das Ergebnis der Polizeibefragungen:

Damit waren die Ermittlungen der Polizei schnell abgeschlossen. Vorerst, denn weil Christina im Interview mit der Bild-Zeitung zugab, dass es sich bei dem Anruf nur um einen Fake handelte, ermittelte die Polizei weiter. „Befragungen des Umfelds haben ergeben, dass der Anruf nicht echt war“, sagt Polizeisprecherin Ramona Hörst am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Eltern, bei denen Christina noch wohnt, hatten von dem bösen Scherzanruf gewusst und gestern alles bei der Polizei zugegeben. Aus einer Bierlaune heraus habe sich die Idee mit Freunden und Bekannten der 23-Jährigen entwickelt.

Die Anruferin selbst war für die Polizei am Mittwoch nicht persönlich zu sprechen, scheint seit den Medienberichten untergetaucht zu sein. „Wir wissen nicht, wo sie sich momentan aufhält“, sagt Ramona Hörst. „Aber wir versuchen natürlich weiterhin, Kontakt zu ihr zu bekommen, um sie zu befragen.“

Ermittlungsergebnisse gingen an die Staatsanwaltschaft

Die Polizei hat die Ergebnisse mittlerweile an die Staatsanwaltschaft Dortmund übergeben. Die prüft jetzt in einem Ermittlungsverfahren, ob eine strafbare Handlung vorliegt. Das kann beispielsweise Vortäuschen einer Straftat sein und hat dann erhebliche Konsequenzen für die Anruferin. Moderator Domian wollte sich zum Anruf von Christina am Mittwoch nicht mehr äußern. Der letzte Eintrag auf seiner Facebook-Seite stammt von Mittwochmorgen.

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