Schüler des Adalbert-Stifter-Gymnasiums nehmen Messwerte bei einem Forschungsprojekt der Universität Köln auf. © Carlotta Vogelpohl
Klimakrise

Schüler des ASG forschen zur Klimakrise und erfahren: Aufs Efeu kommt es an

Die Klimakrise ist ein Mega-Thema unserer Zeit. Schüler des ASG haben sich in der Castroper Altstadt damit beschäftigt, was man in Kleinen tun kann. Eine Erkenntnis: Efeu nervt oft, aber ist wichtig.

Überflutungen, Starkregen, Hitzewellen und heftige Unwetter: Die Konsequenzen der Klimakrise sind auch in Deutschland immer stärker spürbar. Politiker und Wissenschaftler versuchen, Lösungen zu finden, um hohe Emissionen, brennende Wälder oder geflutete Keller zukünftig zu vermeiden.

In den Debatten fallen Wörter wie CO2-Steuer, Tempolimit oder Energiewende. Ein Puzzleteil zur Bekämpfung des Klimawandels, das gleichermaßen effizient wie auch simpel ist, wird dabei oft übergangen: Pflanzen.

Forschungsprojekt der Uni Köln in Castrop-Rauxel

Wie wichtig Stadtbegrünung auch für Castrop-Rauxel ist, möchte Wibke Erdmann zeigen. Die gebürtige Castrop-Rauxelerin ist Doktorin am Institut für Geographiedidaktik in Köln. Um zu visualisieren, wie sehr sich Emissionen auf das Stadtklima in der Castroper Innenstadt auswirken, hat sie mit Professor Hans Edelmann ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Die Rolle der Forschenden haben dabei jedoch nicht die beiden Wissenschaftler eingenommen, sondern eine 9. Klasse des Adalbert-Stifter Gymnasiums (ASG).

In einem Stationen-Lernen haben die Jugendlichen am Donnerstag (7.10) über mehrere Stunden hinweg verschiedene Messwerte aufgenommen. Mit unterschiedlichen Forschungsgeräten wie zum Beispiel einer Wärmebildkamera sammelten die Jugendlichen Erkenntnisse über den Stickoxid-, C02- sowie Feinstaubgehalt, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in der Castroper Innenstadt.

„Die Schüler messen an einer fassadenbegrünten Wand sowie an pflanzenlosen Wänden“, erklärt Wibke Erdmann. Ziel dabei ist es, Vergleichswerte zu sammeln, die zeigen, wie Pflanzen die Werte ins Positive verändern können.

Efeu als geheimer Klimaheld

Geforscht haben die Jugendlichen am und rund um den Bunker, der an der vielbefahrenen Lönsstraße liegt. Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Efeu, der seitlich am Bunker hochrankt. Die Pflanze, die meist als Unkraut betrachtet wird und daher ein schlechtes Image hat, wirke sich enorm positiv aufs Stadtklima aus, so Erdmann.

„Efeu hat vor allem einen entscheidenden Einfluss an Hitzetagen, was Thermo- und Hitzeregulation angeht“, sagt die Wissenschaftlerin. „Efeu ist außerdem immergrün und emissionstolerant.“ An einer vielbefahrenen Straße wie der Lönsstraße könnten aufgrund des Schadstoffausstoßes nicht viele Pflanzen überleben, erklärt sie.

Projekt soll Klimabewusstsein der Jugendlichen schärfen

Carmen Syllwasschi ist froh, dass die Schüler ein solches Forschungs-Angebot bekommen. Sie ist Erdkundelehrerin am ASG und begleitet das Projekt ihrer neunten Klasse. „Es ist wichtig und gut, dass die Schüler selber sehen, was der Klimawandel macht und auch, was sie dagegen machen können.“

Didaktisch sei es wichtig, dass die Schüler selber aktiv werden, so Syllwasschi. „Wenn man im Unterricht nur über Themen spricht, die nichts mit den Schülern zu tun haben, dann wird sich im Handeln späterer Generationen nichts ändern.“

Stadtgrün für menschliche Gesundheit wichtig

Pflanzen und Bäume filtern nicht nur Schadstoffe aus der Luft und machen die Stadt generell attraktiver. Sie haben auch noch einen weiteren positiven Nebeneffekt, auf den Erdmann verweist: Sie regulieren die Hitze und das sei gut. Denn: „Hitzewellen, wie es sie in den letzten Sommern gab, belasten die menschliche Gesundheit“, erklärt die Wissenschaftlerin. Und fasst zusammen: „Man kann nur sagen: Grün in die Stadt“ .