Schulen bereiten sich auf Öffnung vor: Berufskolleg hat ein Raumproblem

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An den weiterführenden Schulen laufen die Vorbereitungen für die langsame Wiedereröffnung. Vieles ist auf Landesebene noch nicht geklärt. Zu wenig Räume sind nur ein Problem für die Schulen.

Castrop-Rauxel

, 17.04.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch am späten Mittwochabend (15.4.) erhielt Joachim Höck eine E-Mail von Staatssekretär Mathias Richter aus dem Schulministerium. Vier Punkte las der Schulleiter des Adalbert-Stifter-Gymnasiums darin. Sie konkretisieren ein wenig den Beschluss der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten, die Schulen schrittweise wieder zu öffnen.

Und dabei geht es bis zum 4. Mai erst einmal nur um die Abschlussjahrgänge. Der vielleicht wichtigste der vier Punkte: Die Abiturienten sollen nicht am Montag, sondern erst am Donnerstag (23.4.) wieder in die Schulen kommen.

Den Grund nannte Schulministerin Yvonne Gebauer 16 Stunden später: Damit soll den Kollegien, Schulleitungen und den Schulträgern Zeit gegeben werden, die notwendigen (Hygiene-)Maßnahmen zum Schutz vor dem Corona-Virus zu treffen.

Teilnahme an Abi-Vorbereitungskursen ist freiwillig

„Wie kriegen wir das organisatorisch so hin, dass wir nicht die ganze Jahrgangsstufe gleichzeitig auf das Gelände holen?“, ist nur eine Frage, die sich Joachim Höck gerade stellen muss. „Kämen alle gleichzeitig, wäre das kontraproduktiv.“ 88 Schülerinnen und Schüler zählt der Abiturjahrgang.

Joachim Höck ist seit August 2019 Schulleiter am ASG.

Joachim Höck ist seit August 2019 Schulleiter am ASG. © Matthias Stachelhaus

Deswegen überlege die Schulleitung, welche Kurse gebildet werden. Und wie sie zeitlich gestaffelt in kleineren Gruppen in die Schule kommen. Später erklärt Schulministerin Gebauer dann, dass die Abiturienten die Angebote zur Prüfungsvorbereitung freiwillig besuchen können. Die Teilnahme sei in den drei Wochen bis zur ersten Abiturklausur keineswegs verpflichtend.

Joachim Höck will bis zum Freitag (17.4.) noch Absprachen mit dem Ernst-Barlach-Gymnasium und der Willy-Brandt-Gesamtschule treffen, wie die Schulen ihre Kooperationen bis zur Abiturprüfung regeln. Einzelne Fächer belegen die Oberstufenschüler an den Nachbarschulen, wenn ein Kurs aufgrund geringer Nachfrage an der eigenen nicht zustande kommt.

Schulleiter sieht sich für Hygiene in der Verantwortung

Bezüglich der Händehygiene sieht Höck das ASG gut vorbereitet. Handtuch- und Seifenspender seien vorhanden und morgens regelmäßig gefüllt. Vor der Wiederöffnung werde der für den Gesundheitsschutz zuständige Kollege jedoch noch eine Begehung mit dem Hausmeister machen. „Ich will sicherstellen, dass Hygienemaßnahmen vorhanden sind“, erklärt der Schulleiter. Letztlich trage er auch dafür die Verantwortung.

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An die Eigenverantwortung der Schüler appelliert er mit Blick auf den Schulweg. „Der öffentliche Nahverkehr sollte nur da benutzt werden, wo es nötig ist“, betont Joachim Höck. „Angesichts des schönen Wetters rate ich dazu, auch das Fahrrad zu nutzen.“

Schulmail „wenig konkret“

Am Berufskolleg Castrop-Rauxel (BKCR) platzt die Anfrage dieser Redaktion in einer Sitzung der erweiterten Schulleitung. Die habe gerade die noch ausstehenden Vorklausuren für Ende kommender Woche terminiert, erklärt Brigitte Wuttke. Sie ist Bereichsleiterin für das Berufliche Gymnasium. Die Schulmail des Ministeriums vom Mittwochabend sei „wenig konkret“, kritisiert sie.

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Aus einem einfachen Grund: Auf den ersten Blick erscheint das Gebäude zwar groß, aber: „Wir stoßen hier auf ein Raumproblem“, sagt Wuttke. Von den 2700 Schülern besuchen 1900 das Kolleg in Vollzeit – vom Nachholen des Hautptschulabschlusses bis zum Abitur.

Nicht nur die 77 Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums stehen vor der Prüfung, sondern auch die Fachabiturienten. Sie belegen zweijährige Schulgänge. Zumindest die Hälfte steht vor Abschlussprüfungen. Daher wolle die Schulleitung weitere „Anweisungen aus Düsseldorf“ abwarten.

Das Berufskolleg BKCR in Castrop-Rauxel.

Das Berufskolleg BKCR in Castrop-Rauxel. © Matthias Stachelhaus

Entlastung soll es zumindest bei den Berufsschülern geben, versprach zwei Stunden später Ministerin Yvonne Gebauer. Hier suche das Schulministerium gerade das Gespräch mit den Handwerks- und Industrie- und Handelskammern. Deren Prüfungen könnten etwa in Stadthallen abgehalten werden.

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