Schulen in Castrop-Rauxel könnten 3,5 Millionen Euro für digitale Technik bekommen

Digitalpakt Schule

Digitales Lernen mit interaktiven Tafeln: Mehr als 3 Millionen Euro stehen Castrop-Rauxeler Schulen in den nächsten Jahren zur Verfügung. Voraussetzung ist ein schlüssiges Konzept.

Castrop-Rauxel

, 13.12.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schulen in Castrop-Rauxel könnten 3,5 Millionen Euro für digitale Technik bekommen

Weg von der grünen Tafel, hin zum digitalen Whiteboard? © picture alliance / dpa

Bessere Bildung durch digitale Technik – das ist die Hoffnung des Bundes und der Länder. Vor über einem halben Jahr, am 17. Mai 2019, ging der Digitalpakt Schule an den Start, um genau das zu erreichen.

5 Milliarden Euro stellt Deutschland seinen Schulen zur Verfügung, um mit neuer Technik aufzurüsten. Umgerechnet bekommt so jede der circa 40.000 Schulen in Deutschland durchschnittlich 137.000 Euro, oder jeder der derzeit circa 11 Millionen Schüler eine Summe von 500 Euro.

Nordrhein-Westfalen erhält aus dem Digitalpakt insgesamt 1,054 Milliarden Euro. Die Zuwendung erfolgt in Form einer Projektförderung in Höhe von bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Der Eigenanteil der Schulträger beträgt 10 Prozent – den muss also die Stadt Castrop-Rauxel zahlen. Doch haben Castrop-Rauxels Schulen das Angebot bisher überhaut benutzt?

3,52 Millionen Euro für Castrop-Rauxel

„Die Förderfrist läuft Mitte 2024 aus.“
Nicole Fulgenzi, Stadtpressesprecherin

„Die Stadtverwaltung erhält bis zu 3,52 Millionen Euro aus dem Digitalpakt“, erklärt Stadtpressesprechering Nicole Fulgenzi. Ausgegeben wurde von diesem Betrag jedoch noch nichts, denn aktuell laufe das Verfahren zur Beantragung des Geldes mit den weiterführenden Schulen noch.

„Die Anträge werden unter Berücksichtigung der Konzepte der einzelnen Schulen mit diesen besprochen und von der Schulverwaltung beantragt. Erst dann können die Mittel abgerufen werden. Die Förderfrist läuft Mitte 2024 aus“, so Fulgenzi.

Doch es stünden noch weitere Mittel aus der Förderung „Gute Schule2020“ zur Verfügung, die zum Teil ebenfalls für die Vernetzung der Schulen eingesetzt wurden. „Abstimmungen mit den Grundschulen sind in diesem Rahmen bereits erfolgt. Hierdurch können die Grundschulen mit einer Grundausstattung an Tablets für den schulischen Unterricht ausgerüstet werden“, erklärt Fulgenzi.

Keine Ipads für die Schüler

3,52 Millionen Euro für Castrop-Rauxel aus dem Digitalpakt – eine Menge Geld. Doch was dürfen sich die Schulen dafür kaufen? Zunächst einmal dürften die Träume von Lehrern und Schülern vom eigenen iPad platzen – denn dafür ist die Finanzhilfe nicht gedacht. Gefördert werden sollen digitale Arbeitsgeräte innerhalb der Schule, wie etwa Virtual Reality Brillen zum erlernen der Bedienung von Maschinen, interaktive Tafeln, Vernetzung, WLAN und Displays.

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Erst wenn sämtliche Infrastrukturkomponenten vorhanden sind, dürfen in begrenztem Umfang auch mobile Endgeräte wie iPads gekauft werden. Doch die Menge an Geld, die für diese ausgegeben werden darf, darf nicht die 20 Prozent der Fördermittel pro Schulträger überschreiten. Denn der Digitalpakt Schule ist kein Förderprogram für mobile Endgeräte.

„Keine Ausstattung ohne Konzept“

Um die Mittel für den Digitalpakt zu beantragen, muss jede einzelne Schule ein technisch-pädagogisches Konzept, also beispielsweise einen Medienentwicklungsplan vorlegen. Der DigitalPakt Schule folgt dem Grundsatz „Keine Ausstattung ohne Konzept“ – das heißt, hier müssen Lehrer und Schulleitung erst einmal ihre Hausaufgaben machen, um dann die Belohnung in Form von Finanzmitteln zu erhalten.

Die Anschaffung digitaler Geräte muss einhergehen mit dem pädagogischen Konzept der Schule, erst dann, so sagt der Bund, zahlen sich die Investitionen langfristig aus. Hinzu kommen Fortbildungen für alle Lehrkräfte, um ihnen unterschiedliche Vermittlungsformate – online und offline, in der Schule oder außerhalb, als formale Schulung durch professionelle Trainer oder als Peer-to-Peer-Learning – beizubringen.

Ob die zukünftigen Generationen so allerdings Deutschlands Zukunfts- und Innovationsfähigkeit im internationalen Wettbewerb sichern, wie es sich die Bundesregierung wünscht, wird man wohl erst in den nächsten Jahrzehnten sehen.

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