Schutz vor Coronavirus: Hunderte Castrop-Rauxeler wollen Mundschutz kaufen

rnCoronavirus

Nach dem ersten Fall des Coronavirus in NRW wächst die Besorgnis der Bürger. Auch die Castrop-Rauxeler haben Angst vor dem neuen Virus. Doch die Apotheken können aktuell kaum helfen.

Castrop-Rauxel

, 26.02.2020, 14:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Nachdem ein Mann aus dem Kreis Heinsberg im westlichen Nordrhein-Westfalen in kritischem Zustand in der Uniklinik Düsseldorf eingeliefert wurde, ist die Sorge in der Bevölkerung noch größer.

Jetzt lesen

Auch die Castrop-Rauxeler treffen Vorkehrungen, um sich vor dem Virus zu schützen. Claus Ehrensberger, Sprecher der Castrop-Rauxeler Apotheken, spürt jedenfalls die Sorgen der Einwohner.

„Was glauben Sie, was hier los ist? Mindestens 100 Leute fragen am Tag nach Masken zum Schutz“, erzählt der Besitzer der Glückauf-Apotheke auf Schwerin. Er selbst bekomme aber auch keine mehr, denn im Großhandel seien sie kaum noch erhältlich.

Auch Desinfektionsmittel namhafter Hersteller gingen den Apotheken langsam aus. „Wir checken das jede Stunde im System und versuchen, so schnell es geht alles nachzubestellen. Selbst Ärzte aus Krankenhäusern fragen bei uns nach.“

Zeliha Celik von der Kleeblatt-Apotheke in Castrop-Rauxel muss viele Kunden enttäuschen, die Masken eines bestimmten Herstellers kaufen möchten.

Zeliha Celik von der Kleeblatt-Apotheke muss viele Kunden enttäuschen, die Masken eines bestimmten Herstellers kaufen möchten. © Joel Kunz

Ehrensbergers Kollegen bestätigen das: Zeliha Celik, Apothekerin in der Kleeblatt-Apotheke, muss viele Kunden leider enttäuschen. „Alleine bei mir haben seit Montag mindestens 30 Leute nach einer bestimmten Maske gefragt. Aber wir haben leider gar keine mehr. Auch das Lager unseres Lieferanten ist komplett leer. Der Lieferant hat sogar schon eine Bandansage eingerichtet, die bei Anruf mitteilt, dass keine einzige Maske dieser Art mehr zu bekommen ist.“

Probleme mit Masken-Nachschub

Probleme mit einem Nachschub an Masken gibt es auch in der City-Apotheke: „Es ist sehr schwierig, noch Bestellungen zu bekommen. Wir rechnen aber mit einer Lieferung, die hoffentlich in den nächsten Tagen ankommt“, sagt Angelika O’Donnell.

Jetzt lesen

Dass die Masken maßgeblich zu einer Eindämmung des Virus beitragen, findet Celik jedoch nicht. „Es ist gut, dass sich die Leute Gedanken über das Thema machen. Am ehesten hilft es jedoch nicht, eine Maske zu tragen, sondern sich komplett vor größeren Menschenansammlungen fernzuhalten.“

Keine ausreichenden Informationen zu Schutzvorkehrungen

Überraschend findet Ehrensberger, dass die Apotheker bisher noch keine Informationen zu Schutzvorkehrungen von der Berufsgenossenschaft bekommen haben. Im Vergleich zur Vogelgrippe sei dies völlig anders. Damals habe man schon Wochen im Voraus einen großen Vorrat an Masken, Schutz-Overalls und speziellen Schuhüberziehern erhalten.

Davon habe er sogar noch einiges vorrätig. „Das macht uns natürlich trotzdem etwas ratlos, aber wir wissen zumindest, wie man sich generell schützen kann.“

Da es bisher noch keine weiteren Informationen gibt, kann der Apotheker die besorgten Bürger vorerst nur aufklären. Gerade Menschen mit einem schwachen Immunsystem, Vorerkrankungen oder Autoimmunkrankheiten sollen sich mit Masken und Desinfektion schützen, sagt er.

Kundin geht gelassen mit dem Thema um

Er gebe sein Bestes, um wieder an genügend Material zu kommen und die Kunden dann auch wieder ausreichend versorgen zu können.

Ganz gelassen geht eine Castrop-Rauxelerin Renate Kaiser am Mittag mit dem Thema um: „Wir hatten auch schon Grippewellen, das war auch nie ein Problem. Ich mache mir noch keine Sorgen, dafür ist es noch viel zu früh. Ich verstehe jedoch, dass andere Menschen Angst haben, aber deshalb jetzt in Panik zu verfallen ist übertrieben.“

Lesen Sie jetzt

Der erste Coronavirusfall in NRW wurde im Kreis Heinsberg bestätigt. Dort bleiben Schulen und Kitas am Mittwoch geschlossen. Auch der Kreis Unna bereitet sich auf den Ernstfall vor, warnt aber zugleich vor Panikmache. Von Vivien Nogaj, Kevin Kohues

Lesen Sie jetzt