Schwangere nach Menschenhandel im Frauenhaus

Bitte um Spenden in Castrop-Rauxel

Die eine stammt aus Nigeria, die andere aus Ghana - beide haben Unfassbares durchgemacht und erwarten in wenigen Tagen ihre Babys. Jetzt wohnen sie im Castrop-Rauxeler Frauenhaus - und das Personal braucht für die Hochschwangeren dringend Unterstützung.

CASTROP-RAUXEL

, 05.03.2015, 06:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwangere nach Menschenhandel im Frauenhaus

Im Frauenhaus in Castrop-Rauxel werden demnächst zwei Frauen ihre Babys bekommen (Symbolfoto).

Mit einer solchen Situation, dass in wenigen Tagen drei Neugeborene zur Einrichtung des Trägervereins „Frauen helfen Frauen“ gehören werden, war das Team noch nicht konfrontiert. Die 24-jährige Nigerianerin, bereits Mutter eines 17 Monate alten Kindes, bekommt Zwillinge.

Das eigentliche Spielzimmer wurde erst mal ausgeräumt, um alle unterbringen zu können. Jetzt hofft das Frauenhaus, dass sich Spender melden. Ganz oben auf der Liste stehen Wiegen, Bettchen, ein Zwillingskinderwagen und Erstausstattung. „Die Frauen haben nichts“, macht Katrin Lasser klar.

Reise über Lampedusa

Seit zwei Wochen sind die jungen Frauen im Frauenhaus untergekommen. Die 25-Jährige aus Ghana liegt mit einer Schwangerschaftsvergiftung im Krankenhaus, sie kam über Lampedusa im Januar 2014 nach Deutschland. Arbeitete auch hier auf dem Strich. Als sie obdachlos wurde, kümmerte sich die Mitternachtsmission in Dortmund zunächst um die junge Frau.

Von ihrem Schicksal ist weiter bekannt, dass sie mehrere Jahre in der Zwangsprostitution arbeiten musste. Die Frauen wurden abends abgeholt, in unterschiedliche Städte gekarrt und morgens wieder zurück. Von der Nigerianerin weiß man, dass sie drei Jahre in einem Haus in Italien als Prostituierte arbeiten musste. „Die Verständigung geht nur auf Englisch“, berichtet Katrin Lasser.

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Wie lange die beiden Frauen im Frauenhaus bleiben werden, kann jetzt nur spekuliert werden. Tatsache ist, dass die Verweildauer der Frauen in der Einrichtung ohnehin immer länger wird. Was dem Umstand geschuldet ist, dass die Lebens- und Problemsituationen immer komplizierter werden. Sieben Frauen und vier Kinder sind aktuell im Frauenhaus untergebracht, mit den drei Säuglingen werden es dann sieben Kinder.

Wer etwas spenden möchte, setzt sich mit dem Frauenhaus unter Tel. (02305) 41793 in Verbindung. Willkommen sind auch afrikanische Lebensmittel oder Tipps zu Herstellern und/oder Gewürzen. "Sonst müssten wir bis nach Essen fahren", sagt Katrin Lasser.

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