Schweriner Kita will sich für 800.000 Euro verdoppeln - aber nicht auf Kosten der Senioren

rnSt. Franziskus plant

Die Kita St. Franziskus auf Schwerin hat Großes vor. Und mit ihr die ganze Gemeinde. Es geht um ein dickes Paket, um sich für die Zukunft aufzustellen - und auch der Stadt zu helfen.

Schwerin

, 06.07.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es geht dabei besonders darum, die ganz Kleinen in den Blick zu nehmen, aber auch die Alten nicht außen vor zu lassen. „Wir gucken, wie wir das schaffen können“, sagt Pastor Winfried Grohsmann im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die Kitaplatz-Nöte in Castrop-Rauxel sind seit Jahren ein Dauerbrenner-Thema. Noch fährt die Kita der Franziskus-Gemeinde im Gemeindehaus an der Frohlinder Straße auf Schwerin einen zweigruppigen Betrieb. Möglichst bald sollen die Kapazitäten aber verdoppelt werden.

Dafür braucht es Platz im Gemeindehaus. Das bedeutet auch, dass am Standort dann weniger Platz ist für die gemeindlichen Aktivitäten. Deshalb ist bei der Franziskus-Gemeinde gerade alles ein bisschen im Fluss.

Kita-Träger stellt 800.000 Euro zur Verfügung

Wo fließt er hin? Klar ist, dass der neue Träger der Kita mehr als 800.000 Euro zur Verfügung stellen wird, damit aus der zweigruppigen Einrichtung eine viergruppige werden kann. Für die Kita-Landschaft wäre das ein enormer Gewinn - und für die Eltern, die einen Platz für ihre Kinder suchen, ein enormes Plus.

Auf der Umkehrseite steht allerdings auch, dass es Alternativen für das gemeindliche Leben geben muss, wenn das auch als Gemeindezentrum genutzte Gebäude an der Frohlinder ausschließlich als Kita genutzt werden soll. „Wir sind da völlig offen und gucken nach Lösungsmöglichkeiten“, sagt Pastor Grohsmann.

Weitere Gebäude stehen zur Verfügung

Zum Ensemble der Gemeinde gehören ja auch noch die anderen Gebäude an der Frohlinder Straße neben dem Gotteshaus, also Pfarrhaus und Vikarie. Mit dem Thema beschäftigt sich jetzt ein Arbeitskreis, gebildet aus Mitgliedern vom Gemeindeausschuss und dem Kirchenvorstand. „Denkverbote gibt es nicht“, sagt Pastor Grohsmann. Für alle kreativen Vorschläge sei die Gemeinde dankbar. Im jüngsten Gemeindebrief schreibt er dazu: „Altes bewahren – Zukunft gestalten“.

In der Vergangenheit hat die Gemeinde schon heftig gerödelt, damit für die Kita mehr Platz geschaffen werden konnte: Die Spielfläche draußen wurde deutlich erweitert. „Wenn sich die Gelegenheit bot, haben wir Fläche dazugekauft“, sagt Grohsmann.

Barrierefreiheit für die Älteren

Eine Botschaft ist Pfarrer Winfried Grohsmann ganz wichtig: Er möchte die Alten auch mitnehmen in der Gemeinde. Es soll in einem möglichen Gemeindezentrum keine Lösung geben, die dazu führt, dass es Treppen als Hindernisse gibt. Sie sollen barrierefrei am Gemeindeleben weiter teilhaben können.

Die Kita St. Franziskus hat im vergangenen Jahr einen neuen Träger bekommen, ebenso wie die Schutzengel-Kita in Frohlinde, die Rochus-Kita, die Antonius- und die Heilig-Kreuz-Kita sowie andere katholische Einrichtungen: die Katholische Kindertageseinrichtungen Östliches Ruhrgebiet gGmbH, die beim Gemeindeverband angesiedelt ist und ihren Sitz in Dortmund hat. Die komplette Diözese sei darauf umgestellt worden, sagt Grohsmann, „um Kräfte und Ressourcen zu bündeln“.
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt