Schwerinerin (64) soll in millionenschwere Steuerspar-Tricks verstrickt gewesen sein

Landgericht Bochum

Eine 64-jährige Frau aus Schwerin muss sich wegen Steuerbetrugs vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Angeklagt sind millionenschwere Steuerspar-Tricks durch ihren mitangeklagten Mann.

Bochum/Herne/Castrop-Rauxel

, 08.09.2019, 14:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwerinerin (64) soll in millionenschwere Steuerspar-Tricks verstrickt gewesen sein

Eine Frau aus Schwerin soll mit ihrem Mann jahrelang Steuern, insgesamt rund 1,5 Millionen Euro, hinterzogen haben. © Werner von Braunschweig

Vor dem Bochumer Landgericht hat am Donnerstag ein Steuerhinterziehungs-Prozess gegen eine Frau aus dem Castrop-Rauxeler Stadtteil Schwerin begonnen. Hauptangeklagter ist der Ehemann der 64-Jährigen - ein Bauingenieur (61) aus Herne. Der Betreiber mehrerer Invest-Firmen soll im Zuge eines Immobilienprojekts im Schwarzwald rund 1,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Seit fünf Monaten sitzt der Unternehmer bereits in U-Haft.

Firmengeflecht verschleierte die Steuerhinterziehung

Die Bochumer Staatsanwaltschaft wirft dem Bauingenieur, seiner Ehefrau und einem Ehepaar aus Duisburg vor, von 2015 bis Mitte 2019 mit einem auf Verschleierung angelegten Firmengeflecht „im großen Ausmaß“ Steuern hinterzogen zu haben. Nach dem Kauf eines 12.000-Quadratmeter-Grundstücks in Calw (Nordschwarzwald) für 310.000 Euro soll der Hauptangeklagte mehrere taktische Weiterverkäufe getätigt, die dadurch erzielten Gewinne von 1,69 Millionen Euro aber nicht versteuert haben. Allein an Einkommenssteuer soll der 61-Jährige die Finanzbehörden so um knapp 695.000 Euro geprellt haben.

Allein rund 385.000 Euro Schenkungssteuer gespart

Zusätzlich soll er sich durch illegale Übertragungen von Firmenanteilen - unter anderem auf seine mitangeklagte Ehefrau aus Schwerin - auch die Entrichtung von rund 385.000 Euro Schenkungssteuer erspart haben.

Zum Prozessauftakt vor der 6. Strafkammer hat sich noch keiner der Angeklagten geäußert. Urteil: voraussichtlich frühestens am 29. Oktober.

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