Corona: Dutzende Castrop-Rauxeler Kinder können nicht schwimmen lernen

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Nach der coronabedingten Zwangspause sind in Castrop-Rauxel die Schwimmkurse für Kinder wieder gestartet. Am 1. Oktober soll das Angebot größer werden. Für alle reicht das aber nicht.

von Irina Höfken

Castrop-Rauxel

, 07.09.2020, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die hohe Zahl von Nichtschwimmern unter Schulkindern ist ein Thema, auf das die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) regelmäßig hinweist. Wegen des Coronavirus droht sich die Situation sogar noch zu verschlimmern.

Nach langer Zwangspause hat nun zwar die Schwimmausbildung im Lehrschwimmbecken in Ickern für die ganz Kleinen aus Castrop-Rauxel wieder begonnen, die im März coronabedingt abgebrochen werden musste. Ab dem 1. Oktober soll das Angebot durch die Öffnung des Hallenbads wieder größer werden. Doch insgesamt ist das Angebot verglichen zu Vor-Corona-Zeiten deutlich geschrumpft.

Corona-bedingt müssen Kinder den Schwimmkurs abbrechen

Sowohl der SV Poseidon als auch die DLRG legen das Augenmerk auf die Ausbildung der kleinen Schwimmanfänger. Für die Vereine gilt ein strenges Hygienekonzept, die Einhaltung ist oft ein Drahtseilakt. Die Schwimmzeiten sind genau getaktet, die Schwimmtrainer müssen vorher und nachher alles desinfizieren und Überschneidungen beim Einlass der Gruppen darf es nicht geben.

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Maximal 20 Personen haben Zutritt zum Lehrschwimmbecken in Ickern, in dem die DLRG und der SV Poseidon seine Eltern-Kind-Kurse anbieten: Da die Schwimmanfänger quasi zwingend mit einer Begleitperson ins Wasser steigen, heißt das: Maximal 8 Kinder dürfen an einem Kurs teilnehmen.

„Danach ist leider Schluss, mehr Anmeldungen können wir nicht annehmen. Wir haben momentan nur einen Eltern-Kind-Schwimmkurs“, sagt Lutz Königsbüscher von der DLRG Castrop-Rauxel auf Anfrage der Redaktion.

Etwa 20 Kinder haben den Schwimmkurs wegen der neuen Corona-Regelungen abbrechen müssen. Thomas Schmitz, Kursleiter der Schwimmanfänger beim SV Poseidon, schildert ähnliche Probleme: Etliche Kinder stehen jetzt auf der Warteliste.

Schwimmausbildung: Ein ganzes Ausbildungsjahr fällt aus

Ab dem 1. Oktober startet die Hallenbadsaison, wenn das Freibad schließt. Nach Vorgabe der Stadt dürfen nur 50 Vereinsmitglieder pro Stunde das Bad betreten, erklärt Thomas Schmitz. Von ursprünglich 65 können dann nur noch 40 Kinder pro Stunde an den Kursen teilnehmen: 20 Nichtschwimmer üben im kleinen Becken, 20 Kinder mit Seepferdchen-Abzeichen bauen ihre Kenntnisse im großen Becken aus. Die restlichen Hallenbad-Plätze werden von den Übungsleitern belegt.

30 Kinder vom März können deshalb nicht ihr Abzeichen machen, für ganz neue Anwärter und rund Hundert Schwimmer ab 10 Jahren aus dem Verein sei gar kein Platz. Ein ganzes Ausbildungsjahr falle aus, so Schmitz. Für die DLRG ist das Hallenbad wegen der kleinen Gruppengröße vorerst gar keine Option.

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Infektion wäre eine Katastrophe für die Schwimmausbildung

Für die Schwimmausbildung sind die Corona-Beschränkungen problematisch, obwohl das Ansteckungsrisiko im Becken durch das Chlor im Wasser eher unwahrscheinlich sei, sagen Königsbüscher und Schmitz. Beide sind sich einig: Das Einhalten der Abstandsregelung von 1,5 Metern in Duschen und Umkleiden sei eher das Problem. Ob ein Schwimmbad aber überhaupt zum Corona-Hotspot werden könnte, sei fraglich.

Sollte es aber doch zu einer Infektion im Hallenbad kommen und das Bad müsse schließen, wäre das eine Katastrophe für die Schwimmausbildung, betont Thomas Schmitz vom SV Poseidon.

Vereine hoffen auf Corona-Lockerungen

Es bleibe zu hoffen, dass die Entwicklung der Pandemie kurzfristig eine weitere Lockerung der Begrenzungen ermöglicht. „Je länger Corona dauert und je älter das Kind ist, desto schlimmer wird es für Eltern, die wollen, dass ihr Kind schwimmen lernt“, sagt Lutz Königsbüscher von der DLRG.

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