Sekundarschule Süd vor dem Aus? CDU überdenkt Gebäude schon für andere Einrichtungen

rnElternbefragung

Die Sekundarschule Süd präferieren von den Eltern der Zweit- und Drittklässler insgesamt nur 12 als die erste Wahl bei der weiterführenden Schule. Droht nun das Aus in der Altstadt?

Castrop-Rauxel

, 22.06.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Frage: Kaum ein Elternteil würde schon in der zweiten Klasse der Grundschule sagen, dass er sein Kind an eine Schulform der weiterführenden Schulen mit den niedrigsten Abschlüssen anmelden würde. Aber das Urteil der Elternbefragung, an der sich über 1000 Eltern (82 Prozent) der Zweit- und Drittklässler beteiligten, ist trotzdem heftig: Nur zwölf Kinder beider Jahrgänge aus der ganzen Stadt würden - Stand heute - in einem oder in zwei Jahren an der Sekundarschule Süd angemeldet.

Die Sekundarschule ging als Nachfolge-Schulform der in NRW abgeschafften Hauptschulen 2011 an den Start: Sie soll eine integrierte Form der Sekundarstufe I und II sein, die auf alle Schulabschlüsse vorbereiten soll und zumindest in Kooperation mit Gesamtschulen und Gymnasien auch noch das Abitur ermöglichen soll.

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Nur neue Schminke auf der alten Hauptschule?

Für viele Kritiker war das schon nicht viel mehr als etwas Schminke für eine Schulform, deren Beliebtheit und Ansehen rapide abgenommen hatte: Die Hauptschule, die einst als recht kleine Schule in der Fläche stark vertreten war und die wohnortnahe Schulversorgung ermöglichen sollte, galt bei vielen Kritikern als Resteschule. Das lag auch daran, dass Gymnasiasten, die es an dieser Schulform nicht schafften, ebenso wie Gesamt- oder Realschüler im Laufe der Schullaufbahn in die Hauptschulen „absteigen“ mussten.

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Dieses Image haftet nun offenbar ganz allgemein auch den Sekundarschulen an. Ganz konkret drückt es sich aber auch in der Elternbefragung in Castrop-Rauxel aus. Zwölf Schüler aus zwei Jahrgängen: Das ist fatal. Es sind auch noch reichlich Unentschlossene unter den Eltern, die den Lauf der Dinge - die Noten ihres Kindes in der kommenden Zeit - noch abwarten wollen.

Und was nun? Wie arbeitet die Politik auf Basis dieser Zahlen weiter? Die CDU formuliert einen klaren Plan: „Während sich die seit Jahrzehnten bewährten Systeme der beiden Gymnasien, der Fridtjof-Nansen-Realschule und der Willy-Brandt-Gesamtschule als akzeptiert und zukunftsfest erweisen, steht die 2013 gegründete Sekundarschule Süd vor dem Aus“, heißt es in einer Stellungnahme der zweitgrößten Fraktion im Stadtrat. „Nur ein Dutzend Eltern in unserer Stadt sehen sie aktuell noch als weiterführende Schule für ihre Kinder an“ – eine Entwicklung, die sich so im ganzen Land NRW zeige.

CDU prophezeit schon ein Auslaufen ab 2020

Die Union spricht sogar schon jetzt von einer auslaufenden Schließung der Sekundarschule Süd zu Beginn des Schuljahres 2020/21. Damit falle gleichzeitig der Startschuss für die Umnutzung der beiden Standorte an der Kleinen Lönsstraße und der Schillerstraße. Fraktionschef Breilmann: „An der Kleinen Lönsstraße können wir gut die zusätzlich benötigte Grundschule sowie eine weitere Kindertagesstätte unterbringen. Und das Adalbert-Stifter-Gymnasium kann die mit der Rückkehr zu G 9 verbundenen Raumprobleme mit der benachbarten Schillerschule gut lösen.“

Die CDU setze sich heute wie gestern für die konsequente Umsetzung des Elternwillens ein. Fraktionschef Michael Breilmann: „Jetzt zeigt sich schwarz auf weiß, dass die 2012 durch ein Bürgerbegehren gestoppten Pläne von SPD und Grünen, die Fritjof-Nansen-Realschule zu schließen und stattdessen zwei Sekundarschulen einzurichten, verheerend gewesen wären.“

Parallelen zur einst geplanten Sekundarschule Nord?

Die Sekundarschule Nord am Standort Uferstraße war 2013 und 2014 in zwei Anläufen gescheitert, weil die Anmeldezahlen mit 45 beziehungsweise 32 Kindern weit unter der geforderten Mindestzahl von 75 gelegen hatten.

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