Die NRW-Landesregierung hat angekündigt, ab nächster Woche (16.3.) Schülerinnen und Schülern wöchentlich einen Selbsttest anzubieten. © dpa
Selbsttests an Schulen

Selbsttests: Viele offene Fragen an weiterführenden Schulen in Castrop-Rauxel

Ab dieser Woche soll es Corona-Selbsttests an weiterführenden Schulen geben. Doch kein Schulleiter weiß bisher Genaues. Und zum Testen fehlt etwas ganz Entscheidendes.

Das NRW-Schulministerium hat am Donnerstag (11.3.) angekündigt, allen Schülerinnen und Schülern weiterführender Schulen ab Dienstag (16.3.) bis zu den Osterferien wöchentlich einen Corona-Selbsttest anzubieten. Also bis zum 26. März zwei Tests pro Schüler. Doch das könnte knapp werden. Vor allem an einer Schule.

Am Montagmittag fehlen den Schulleitern an den weiterführenden Schulen in Castrop-Rauxel weitere Informationen. „Mal wieder“, so schwingt es in einigen der Gespräche mit. 1,6 Millionen Tests sollen NRW-weit verteilt werden.

Joachim Höck, Schulleiter des Adalbert-Stifter-Gymnasiums, sagt, ein DHL-Paket sei angekündigt. An anderen Schulen fehlt selbst dies. Doch ob dann wirklich die etwas mehr als 900 Selbsttests am ASG ankommen, ob es vielleicht nur die Hälfte sein wird, oder vielleicht sogar die doppelte Menge gleich für beide Wochen bis zu den Osterferien, das weiß Joachim Höck nicht.

Schüler müssen den Test selbstständig machen

Wie werden die Selbsttests organisiert? Den Test müssen die Schüler selbstständig durchführen ohne Hilfe der Lehrer, die Anwendung ist freiwillig. Das steht fest. Aber es gibt offene Fragen. Weshalb Joachim Höck auch sagt: „Ich handele ja gerne autark, aber diesmal warte ich doch auf Anweisungen.“

Denkbar ist, dass am Adalbert-Stifter-Gymnasium in den Klassenräumen getestet wird. Ob sich dann alle Schüler gleichzeitig testen oder ob das zeitlich versetzt passiert, damit nicht alle gleichzeitig die Masken abnehmen, darüber wird noch gesprochen. Auch eine Teststraße in einem separaten Raum wäre eine Option.

An der Willy-Brandt-Gesamtschule ist ein Test in einem separaten Raum im Gespräch. Hier laufen aber auch noch die Gespräche innerhalb des Kollegiums, wie die Selbsttests organisiert werden sollen, sagt Schulleiterin Violetta Kroll-Baues.

Am EBG soll der Klassenlehrer dem Schüler Sicherheit vermitteln

Am Ernst-Barlach-Gymnasium werden die Schüler den Test im Unterricht bei ihren Klassenlehrern machen. „Da ist die emotionale Nähe am größten“, sagt Schulleiter Dr. Friedrich Mayer. In der Sekundarstufe II werden es der Deutschunterricht oder die Leistungskurse sein.

Weil am EBG der Wechselunterricht wöchentlich eingeteilt ist, ist es umso wichtiger, dass die Selbsttests in dieser Woche noch ankommen. Denn die Schüler, die jetzt in die Schule kommen, bleiben in der kommenden Woche zuhause und sind nur aus der Distanz beim Unterricht anwesend. Noch eine Frage ist für Friedrich Mayer offen: „Brauchen wir eventuell erst einmal eine Genehmigung der Eltern?“

An der Fridtjof-Nansen-Realschule wird sogar erwogen, den Test den Kindern nach Hause mitzugeben, damit sie ihn dort unter Aufsicht der Eltern machen. Ob das erlaubt ist, weiß Schulleiter Alfred Horn allerdings (noch) nicht. „In Ermangelung handfester Informationen müssen wir interpretieren und improvisieren“, sagt er.

Vor allem jüngere Kinder könnten bei positivem Ergebnis in Panik geraten

Die Überlegung entstand vor allem aus einem Grund: „Wir wollen darauf achten, dass das Kind den Selbsttest in einer Umgebung machen kann, in der es nicht der Bloßstellung ausgesetzt ist“, so Alfred Horn. Damit ist gemeint, dass ein Kind den Test nicht machen will. Oder dass es ein positives Ergebnis erhält.

Diese spezielle Situation hat auch Joachim Höck im Blick. Sie ist kritisch für ihn. „Es gibt mehrere Szenarien : Das Kind gerät in Panik, alle anderen Schüler geraten auch in Panik, spätestens fünf Minuten später geraten die Eltern in Panik, wenn sie von dem Ergebnis erfahren“, sagt er. Auf diese Situation müssten auch die Lehrer vorbereitet sein.

Wie es in einem solchen Fall weitergeht, scheint einigermaßen klar. Das Kind wird sofort aus der Klasse genommen und muss von den Eltern abgeholt werden. Die Schule informiert das Gesundheitsamt und nach dem Selbsttest soll dann ein PCR-Test die endgültige Sicherheit bringen.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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