In der Mitte der Hof Emscher-Auen, links davon die Mettalkonstruktion und rechts daneben die drei Beton-Röhren: Die Emschergenossenschaft plant schon wieder zwei neue Projekte am Hochwasser-Rückhaltebecken. © Kastner
Hochwasser-Rückhaltebecken

Seltsame Neubauten an der Emscher: Wozu dienen Röhren und Wellblech-Tunnel?

Ist ein Ufo in den Emscher-Auen in Ickern gelandet? Oder was hat es mit dieser sonderbaren Blech-Konstruktion und den Betonröhren am alten Hof am Ortstrand zwischen Ickern und Mengede auf sich?

Was bitte haben die Verantwortlichen denn da ans Hochwasser-Rückhaltebecken zwischen Ickern und Mengede gebaut? In der Nähe des Hofes Emscher-Auen mit seinem Café und dem Vereinsheim und Garten der Emscher-Falken stehen seit kurzem drei Betonröhren und eine Wellblech-Hütte. Die Spaziergänger rätseln. Und jetzt gibt es Antworten.

Die Emschergenossenschaft baut ihr Angebot an diesem Stückchen Natur aus: Sie plant dort ein ganz besonderes „Hotel“ und eine Beobachtungsstation für Vogelkundler und -freunde. Die Betonröhren sollen in der kommenden Saison, vielleicht sogar schon vor Jahresende, als „Parkhotel“ nach dem Vorbild einer Einrichtung in Bottrop dienen.

Nach Informationen unserer Redaktion will die Emschergenossenschaft schon am 12. Dezember drei Hotelzimmer an dieser Stelle einweihen: Drei große Kanalröhren mit je einem Doppelbett und einem kleinen Tisch, in denen man für eine geringe Gebühr eine Nacht verbringen kann.

Wie die Röhre am Ende aussehen wird? Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie begrünt wird.
Wie die Röhre am Ende aussehen wird? Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie begrünt wird. © Kastner © Kastner

Die nächste Ausbaustufe könnte am Hof Emscher-Auen in der Scheune noch eine Dusche und eine Waschmöglichkeit für Übernachtungsgäste in den Röhren sein. Möglicherweise wird dort auch bald noch ein Selbstverpflegungsautomat für ein kleines Frühstückchen aufgestellt.

Parkhotel in Bottrop ist das Vorbild

Ein Vorbild der Röhren steht in Bottrop: Das Parkhotel im Bernepark gilt als wohl ungewöhnlichste Herberge im ganzen Ruhrgebiet. Fünf Röhren stehen dort seit zehn Jahren. Drei Meter sind sie lang, der Durchmesser ist 2,40 Meter. Ein Bett, ein kleines Nachttischchen und ein Bullauge, um aus dem Bett den Himmel betrachten zu können – das ist das ganze Angebot. 20 Euro Gebühr werden dafür inzwischen erhoben. Die Buchung geht nur online und nur für bis zu drei Nächte.

Nebenan wird eine Vogelstation errichtet. Denn die Emscher mit ihren großen Rückhaltebecken ist hier bekannt für eine große Vielfalt: 150 Vogelarten vom Alpenstrandläufer bis zum Zwergtaucher haben Ornithologen des Nabu hier schon gesichtet. Die Beobachtungs-Station soll den immer wieder hier beobachtenden Vogelfreunden als gesicherter und trockener Unterstand dienen.

Bagger passen locker herein in die „Wellblech-Röhre“, die am Hochwasser-Rückhaltebecken entsteht. Es soll eine Vogel-Beobachtungsstation werden.
Bagger passen locker herein in die „Wellblech-Röhre“, die am Hochwasser-Rückhaltebecken entsteht. Es soll eine Vogel-Beobachtungsstation werden. © Kastner © Kastner

Mit ihren Projekten will die Emschergenossenschaft aus der Emscher einen Mitmachfluss machen. So soll das Motto für 2022 lauten. 2021 erst wurde hier ein blaues Klassenzimmer eingerichtet, wo immer mal wieder Schulklassen in kleinen Exkursionen mit Eimer und Kescher am Wasser lernen. Kürzlich gab man Fitness-Geräte an der zentralen Zufahrt zum Hof Emscher-Auen frei, die für den Sport unter freiem Himmel jeder einfach nutzen kann.

Geplant ist wohl auch noch ein Umbau der Scheune: Dort sollen Räume für größere Gruppen entstehen. Der Stadtteilverein Mein Ickern hat zum Beispiel einen Kooperationsvertrag mit der Emschergenossenschaft, nach dem er solche Räume nutzen kann. Im Gegenzug kündigte der Vorsitzende Marc Frese schon an, dass man sich als Verein im Hegen und Pflegen des Flusses sich noch stärker einbringen und kümmern wolle.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen der Medienwelt seit der Jahrtausendwende.
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Tobias Weckenbrock

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