Serien-Wildpinkler bringt Anwohner auf die Palme

Skaterpark in Castrop-Rauxel

Anwohner beobachten regelmäßig, wie ein "Wildpinkler" sein Geschäft in einem Skaterpark in Castrop-Rauxel verrichtet. Der Mann ist sich keiner Schuld bewusst. Viele Zeugen im Ortsteil Habinghorst regen sich über sein Tun auf, sind aber nicht willens, sich deswegen durch eine Gerichtsverhandlung zu quälen.

HABINGHORST

, 18.03.2015, 15:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieser Wildpinkler, der stets eine gelbe Warnweste trägt, uriniert seit geraumer Zeit regelmäßig im Freien neben dem Skatepark in Habinghorst.

Dieser Wildpinkler, der stets eine gelbe Warnweste trägt, uriniert seit geraumer Zeit regelmäßig im Freien neben dem Skatepark in Habinghorst.

Über den Wildpinkler berichtete unserer Redaktion jüngst ein erboster Leser, der an der Ecke Lange Straße/Wartburgstraße einen solchen Vorgang auch per Foto dokumentiert und darüber hinaus das Ordnungsamt verständigt hat.

Der Mann in auffällig gelber Warnweste komme fast täglich zu unterschiedlichen Zeiten mit dem Fahrrad, lasse sich dann auf einer Bank nieder und nutze seinen Aufenthalt zum regelmäßigen Urinieren. Auch konsumiere er vorher öfter Alkohol. Wie der Anwohner außerdem mitteilte, geschehe dies nicht nur im Schatten der Büsche, sondern bisweilen sogar "mitten auf der Wiese".

"Hunde pinkeln doch auch im Freien"

Auf Ansprache habe er uneinsichtig reagiert: "Hunde pinkeln doch auch im Freien, dann kann ich das doch auch", habe er geantwortet. Dem Ordnungsamt sei der Fall bekannt, ohne dass es in Aktion trete. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte das städtische Presseamt unter Berufung auf das Ordnungsamt, dass die Stadt gelegentlich über Wildpinkler informiert werde, aber naturgemäß erst dann, wenn alles vorbei sei.

"Wir müssen entweder jemanden auf frischer Tat ertappen oder wir brauchen einen Zeugen, der sich namentlich meldet, konkrete Hinweise auf die Person liefert und darüber hinaus seine Bereitschaft erklärt, nötigenfalls auch vor Gericht gegen den Täter auszusagen", heißt es seitens der Stadt.

"Ordnungsamt kann sich nicht auf die Lauer legen"

Wenn der Beschuldigte es abstreite, müsse jedermann klar sein, dass vor Gericht Aussage gegen Aussage stehe. Viele Zeugen regten sich zwar mächtig auf, seien aber nicht willens und bereit, eine Gerichtsverhandlung durchzustehen.

Auf den Einwand der Redaktion, dass es sich im konkreten Fall um einen Überzeugungs- und Wiederholungstäter handele, dessen Ermittlung offenbar nicht ganz so schwer sei, erklärte Pressesprecherin Nicole Fulgenzi: "Auch in dem Fall kann sich das Ordnungsamt nicht auf die Lauer legen. Es gibt nicht genügend Leute, die sich in Parks hinstellen und auch keine Parkwärter, auch wenn dies wünschenswert wäre."

Wildpinkeln zieht ein Ordnungsgeld von 25 Euro nach sich, auch im Wiederholungsfall wird es nicht teurer. Die Frage, ob denn jemals in Castrop-Rauxel schon einmal ein Wildpinkler zur Rechenschaft gezogen worden sei, konnte die Pressesprecherin nicht beantworten.

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