Sex-Falle Parkplatz - Homosexuelle ausgeraubt

Prozess in Bochum

Im vergangenen Jahr sollen sechs Jugendliche aus Herne, Dortmund und Bochum Männer auf Autobahn-Parkplätzen mit Sex-Angeboten in die Falle gelockt und ausgeraubt haben. Seit Donnerstag wird ihnen am Bochumer Landgericht der Prozess gemacht.

CASTROP-RAUXEL/BOCHUM

von Von Tom Eder

, 20.01.2011, 17:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Parkplatz Lusebrink an der A42 bei Bladenhorst ist ein bekannter Treff für Homosexuelle.

Der Parkplatz Lusebrink an der A42 bei Bladenhorst ist ein bekannter Treff für Homosexuelle.

Insgesamt fünf Raubüberfälle, begangen in wechselnder Besetzung, sollen auf ihr Konto gehen. Dabei soll ein Teil von ihnen Ausschau nach potenziellen Opfern gehalten, die anderen sollen sich in der Nähe versteckt haben, um auf ein Stichwort hervorzuspringen. Mit brutaler Gewalt sollen sie die völlig ahnungslosen und zum Teil offenbar liebeshungrigen Männer schließlich angegangen sein. „Geld raus, Handy raus!“ So oder so ähnlich sollen sie ihre Opfer damals angeschrien haben. Außerdem sollen sie die Autofahrer geschlagen, getreten und mit Totschlägern bedroht haben. Selbst dann noch, als sie schon wehrlos am Boden lagen.

Die Beute, so sie denn überhaupt welche gemacht haben, war meist kaum der Rede wert. Es waren Handys und ein wenig Bargeld. Lediglich in einem Fall sollen sie einem Mann dessen Papiere, einen i-Pod, rund 200 Euro und das Handy geraubt haben. Zwei Mal gingen sie leer aus. Die Opfer konnten fliehen. Ein Großteil der Jugendlichen hat schon eine erhebliche kriminelle Vorgeschichte. Zu der Raubserie hat am Donnerstag noch keiner der Jugendlichen ausgesagt. Das soll am nächsten Verhandlungstag folgen.

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