Am Freitag (26.3.) wurden in der Europahalle rund 500 Mitarbeitende aus der Tagespflege und den Kindertageseinrichtungen in Castrop-Rauxel geimpft. © Katharina Roß
Impfungen

Sie haben drauf gewartet: Rund 500 Castrop-Rauxeler Kita-Mitarbeiter geimpft

Sie haben lange gewartet - aber am Freitag sind Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Castrop-Rauxeler Kitas geimpft worden. Bereit waren die allermeisten - aber es gab auch Unsicherheiten.

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Tagespflege, Kitas und Grundschulen sind am Freitag (26.3.) in der Europahalle geimpft worden. Sechs Ärzte waren dafür am Start, circa jede Minute sollte es eine Impfung geben. Ein tagesfüllendes Programm.

Jan-Christoph Selle, impfender Arzt in der Europahalle, spricht von einem „einmaligen Ereignis“. Er würde sich wünschen, dass noch weitere Impfungen in der Europahalle stattfinden. Die Halle biete ausreichend Platz und sei gut für die Impfungen geeignet. „Nur so können wir es schaffen, möglichst viele Bürger zu impfen“, sagt er.

Aufklärung erfolgt in Kleingruppen

Bevor die insgesamt 449 Mitarbeitenden geimpft werden, werden sie von einem Arzt über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt. „Die Aufklärung war sehr verständlich und nicht Angst einflößend“, meint Ulli Müller, 60, Mitarbeiter im Kinderhaus Rappelkiste.

Ulli Müller, 60, hat keine Bedenken wegen des Impfstoffs Astrazeneca.
Ulli Müller, 60, hat keine Bedenken wegen des Impfstoffs Astrazeneca. © Katharina Roß © Katharina Roß

Nach der Impfung müssen die Geimpften mindestens 15 Minuten warten, bevor sie die Halle wieder verlassen dürfen, um allergische Reaktionen auszuschließen. Für den Fall, dass es doch zu einer Impfreaktion kommen sollte, ist die Feuerwehr aus Castrop-Rauxel vor Ort. Sie begleitet die Veranstaltung und leistet im Notfall erste Hilfe.

Der Einsatz der Sanitäter war bis Freitagmittag nur einmal notwendig: Eine Geimpfte musste nach der Impfung vorbeugend behandelt werden. Sie hat laut Angaben der Feuerwehr aber nicht auf den Impfstoff reagiert, sondern sei nach der Impfung lediglich nervös gewesen.

Ursprünglicher Impftermin abgesagt

Für die Mitarbeitenden der Kindertageseinrichtungen gab es an diesem Freitag die erste Impfdosis mit Astrazeneca. Ursprünglich hätten die Impfungen bereits eine Woche zuvor, am 19. März, stattfinden sollen. Da zeitweise ein Impfstopp für Astrazeneca-Impfstoff galt, musste der Termin verschoben werden.

Von dem kurzzeitigen Verbot hätten sich aber nur wenige abschrecken lassen. „Nur ein verschwindend geringer Prozentsatz“ sei in der letzten Woche abgesprungen, so sagt Kirsten Kocyan von der Stadtverwaltung. Zusammen mit Claudia Wimber von der Kinderförderung hatte sie die Impfaktion organisiert. Zwar seien kritische Rückfragen zu Astrazeneca gestellt worden, aber diese seien „zufriedenstellend durch die Impfärzte beantwortet“ worden, so Kocyan.

Unsicherheit wegen AstraZeneca

Eine gewisse Unsicherheit wegen des Impfstoffes herrscht an diesem Freitag aber trotzdem. „Ich habe natürlich ein bisschen unwohles Befinden wegen des Impfstoffverbots“, meint Mariechristin Krah, 26, pädagogische Fachkraft in einer katholischen Kindertageseinrichtung in Castrop-Rauxel.

Die Entscheidung, sich trotzdem mit Astrazeneca impfen zu lassen, sei eine persönliche Abwägung gewesen. Sie habe sich bereits im Vorfeld viel über die Medien informiert und sei außerdem gut von der Kindertagesleitung aufgeklärt worden.

60 Impfungen pro Stunde werden in der Europahalle von sechs Ärzten durchgeführt.
60 Impfungen pro Stunde werden in der Europahalle von sechs Ärzten durchgeführt. © Patricia Böcking © Patricia Böcking

Die Impfbereitschaft ist unter den Kita-Mitarbeitenden an diesem Freitag trotzdem groß. „Sie haben darauf gewartet, dass wir ihnen einen Termin anbieten“, meint Claudia Wimber. Auch Ulli Müller ist froh über die Möglichkeit, sich mit Astrazeneca impfen zu lassen. „Ich freue mich, dass es geklappt hat und ich meine Erstimpfung bekomme“, meint er.

Impfungen gut organisiert

Zufrieden mit dem Ablauf der Impfungen zeigen sich am Freitagmittag alle Beteiligten. „Bis jetzt hat alles reibungslos funktioniert“, meint Kirsten Kocyan. Auch die Geimpften fühlen sich in der Europahalle sicher. „Es ist sehr gut organisiert“, findet Ulli Müller. Wartezeiten gebe es keine und auch die Abstände würden gut eingehalten. Bedenken wegen des Impfstoffs hat Ulli Müller nicht. „Man muss grundsätzlich bei allen Medikamenten mit Nebenwirkungen rechnen“, sagt er.

Um das Personal impfen zu können, waren die Kindertageseinrichtungen am Freitag geschlossen. In einigen Kitas wurde eine Notgruppe eingerichtet.


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