Simon Hauswirth (43) heizt den Castrop-Rauxelern mit Chilis ein

rnSimons Garten

Wenn im Winter die Sonne nicht mehr von außen wärmt, muss man sich von innen aufheizen. Zum Beispiel mit Chili-Glühwein in „Simons Garten“. Dort gibt es die scharfe Frucht in allen Varianten.

von Inka Hermanski

Ickern

, 26.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor gut drei Jahren entschied sich der Castrop-Rauxeler Simon Hauswirth dazu, nach über 20 Jahren in der Gastronomie etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und so entstand „Simons Garten“.

Da die Chili-Zucht und alles, was dazu gehört, schon immer ein großes Hobby des 43-Jährigen waren, wollte er die scharfe Frucht als Grundlage für seinen eigenen Betrieb nehmen.

Über 20 Chili-Sorten baut Simon Hauswirth in seinem Garten in Ickern an.

Über 20 Chili-Sorten baut Simon Hauswirth in seinem Garten in Ickern an. © Simon Hauswirth

Zunächst spezialisierte sich der erfahrene Koch voll und ganz auf Chili-Öle. „Eine Chili ist viel mehr als nur scharf. Jede Chili-Frucht hat ihr eigenes Aroma“, erklärt Simon Hauswirth.

Doch es blieb nicht lang bei den Chili-Ölen. Schon bald kamen Chutneys, Chili-Salze, Liköre und viele weitere Leckereien hinzu. Auch das Dinkel-Verkostungsbrot wurde von Anfang an selbst gebacken.

Von Chili-Frikadelle bis Bratapfelmarmelade

Heute umfasst das Sortiment von „Simons Garten“ bereits über 100 Produkte und eine kleine Dinkelbäckerei, und dabei wird es wohl nicht bleiben.

„Meine Lebensgefährtin und ich probieren gerne Neues, wir haben immer wieder neue Ideen“, sagt der Castrop-Rauxeler.

Das neuste Projekt sind die Chili-Knacker. Bereits ab dieser Woche sollen seine Kunden die Neukreation probieren können.

Das Sortiment von "Simons Garten" reicht über Chili-Öl und Chili-Frikadellen bis hin zu Senfgurken und Cranberry-Mandel-Cookies.

Das Sortiment von "Simons Garten" reicht über Chili-Öl und Chili-Frikadellen bis hin zu Senfgurken und Cranberry-Mandel-Cookies. © Inka Hermanski

Über 20 Sorten Chili im eigenen Garten

„Chipotle morita“, so nennt sich die Lieblingssorte des Chili-Experten: „Sie hat einen leicht rauchigen Geschmack und eignet sich besonders gut für die Zubereitung von Saucen und Chutneys.“

Neben dieser baut der Chili-Fachmann in seinem Garten noch über 20 weitere Sorten an.

„Die gelbe und rote Sternchili kann eigentlich jeder essen. Bei der Tabasko Chili mit zehntausend Scoville steigen schon viele aus und unsere Trinidad Scorpion mit knapp zwei Millionen Scoville kann auch ich nicht essen“, gibt Simon Hauswirth zu.

Um auch im Winter frische Produkte anbieten zu können, trocknet Simon Hauswirth seine Chilis.

Um auch im Winter frische Produkte anbieten zu können, trocknet Simon Hauswirth seine Chilis. © Inka Hermanski

Normalerweise vertreiben Simon Hauswirth und seine Lebensgefährtin Yvonne Mattern die handgemachten Produkte auf Nachhaltigkeitsmärkten und BBQ-Events. Doch in diesem Jahr machte die Ausnahmesituation aufgrund von Corona auch ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Ohne Zusatzstoffe und Chemie

Sämtliche Veranstaltungen wurden abgesagt, und die zwei brauchten eine Alternative, um sich wirtschaftlich über Wasser zu halten.

Nach Rücksprache mit dem Bürgermeister eröffneten sie vor vier Monaten zum ersten Mal ihren Stand vor der eigenen Haustür in der Leveringhauser Straße 63 in Ickern.

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Immer mittwochs von 15 bis 18.30 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr lassen sich dort die selbstgemachten Leckereien probieren und erwerben.

Als zusätzliche Highlights gibt es mittwochs außerdem ein frisch gekochtes Gericht und samstags Kuchen und Tartes.

"Jede Chili ist in ihrer Note besonders", daher eignet sich jede Chili-Sorte für ein anderes Produkt.

"Jede Chili ist in ihrer Note besonders", daher eignet sich jede Chili-Sorte für ein anderes Produkt. © Inka Hermanski

Was der passionierte Koch nicht aus seinem eigenen Garten holt, wie beispielsweise Fleisch oder Eier, bezieht er regional, vom Hof Menken. Dort lassen sich auch einige seiner selbstgemachten Produkte erwerben.

„Egal, was wir verkaufen, wir legen besonderen Wert darauf, dass alles regional ist und ganz ohne Zusatzstoffe und Chemie auskommt“, betont der 43-Jährige.

Simon Hauswirth stellt eine Auswahl seiner handgemachten und regionalen Produkte vor.

Simon Hauswirth stellt eine Auswahl seiner handgemachten und regionalen Produkte vor. © Inka Hermanski

Verkauf auch in den Wintermonaten

An den Samstagen kann man zudem seine eigene Schärfeempfindlichkeit testen.

„Für die Vorweihnachtszeit ist bereits ein Chili-Glühwein angesetzt“, kündigt Simon Hauswirth an. Die ersten Plätzchenrezepte würden auch schon ausprobiert und abgeschmeckt. So soll der Verkauf auch in den Wintermonaten am Stand vor der Haustür weitergehen.

Seit vier Monaten vertreiben Simon Hauswirth und seine Lebensgefährtin Yvonne Mattern die handgemachten Produkte jeden Mittwoch und Samstag vor der eigenen Haustür.

Seit vier Monaten vertreiben Simon Hauswirth und seine Lebensgefährtin Yvonne Mattern die handgemachten Produkte jeden Mittwoch und Samstag vor der eigenen Haustür. © Simon Hauswirth

Doch auch online kann man sich unter www.simons-garten.com mit den Produkten aus „Simons Garten“ eindecken und sich in die Informationen rund um die Chili-Sorten, Zubereitungen und ähnliches einlesen.

Für das Frühjahr ist bereits ein Pflanzenverkauf geplant. Dann soll es die Chilis nicht nur als verarbeitetes Produkt, sondern auch zum Anbau im eigenen Garten geben.

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