So funktioniert die neue Gefahrenapp für den Kreis

"NINA" nun verfügbar

Unwetter, Hochwasser, Brände, Entschärfungen: Die Liste von Gefahren und Schadensereignissen, vor denen die kostenlose Notfall-App NINA die Bevölkerung warnen kann, ist lang. Jetzt ist sie im Kreis Recklinghausen aktiv. Wir erklären, was dahinter steckt.

KREIS RECKLINGHAUSEN

von Thomas Fiekens

, 04.01.2017, 19:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
So funktioniert die neue Gefahrenapp für den Kreis

Sven Wehrhagen (l.), Leiter der Kreisleitstelle, und Martin Böhme, Fachdienstleiter Bevölkerungsschutz, stellen die WarnApp NINA vor, die ab sofort im Kreis Recklinghausen zum Einsatz kommt.

Die Fäden laufen in der Kreisleitstelle zusammen, in der Feuerwehr- und Rettungseinsätze koordiniert werden. Leiter Sven Wehrhagen stellte am Mittwoch mit Martin Böhme, für Bevölkerungsschutz in der Kreisverwaltung zuständig, und Klaus Krause, Sachbearbeiter für die Warnung der Bevölkerung, die neue App vor. NINA steht für „Notfall-, Informations- und Nachrichten-App“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Der Nutzer kann sich also darauf verlassen, Warnungen aus erster Hand zu erhalten – von Behörden, die den Sachstand sorgfältig geprüft haben. „Die Bevölkerung frühzeitig zu warnen ist das Ziel – auch wenn die Leute Fernseher und Radio ausgeschaltet haben oder unterwegs sind“, sagt Wehrhagen. Auch wird die Hoffnung auf Selbstschutz mit dem neuen Warn-Werkzeug und seinen Hinweisen verbunden: Bei größeren Ereignissen schnellt bisher die Zahl der Anrufe über den Feuerwehr-Notruf in die Höhe, weil die Leute wissen wollen, was los ist. Womöglich können die Infos via Smartphone diesen Effekt abmildern. Im besten Falle wirkt Nina als Hysterie-Bremse und als Gegengewicht zu Gerüchten oder gar bewussten Fehlmeldungen bei Facebook.

Einfach herunterzuladen

Die Warn-App lässt sich unkompliziert herunterladen und bedienen. Der Smartphone-Besitzer hat dann praktisch eine Sirene in der Tasche und wird alarmiert, wenn an den Orten, die er selbst ausgewählt und hinzugefügt hat, Gefahr im Verzug ist. Das funktioniert mit entsprechender Einstellung auch für den jeweils aktuellen Standort.

 

 

So hören sich die Töne an:

Der Warnton ist ein auf- und abschwellender Ton. Bedeutung: Gefahr, Radio anschalten. So hört er sich an:

 

Der Feueralarm ist ein zweimal unterbrochener Ton und nur für die Feuerwehr von Bedeutung. So hört er sich an:

 

Die Entwarnung gibt an, dass die Gefahr vorbei ist. So hört sich der Ton an:

 

 

Die App soll eine Ergänzung der seit Jahrzehnten verfügbaren Warn-Kanäle – Fernsehen, Radio, Lautsprecherwagen und Sirenen – sein. „Die kleinste Einheit, die der Nutzer für Warnungen festlegen kann, ist die Stadt“, erläutert Sven Wehrhagen. „Wir werden das aber im Bedarfsfall weiter herunterbrechen.“ Heißt, dass im Bedarfsfall bei einer Warnung textlich auf einen Ortsteil hingewiesen wird. Auch bei Terroranschlägen will die Polizei Nina als Warn-Werkzeug nutzen.

Hier gibt es die App:
- Nina steht in den App-Stores für - (LG, Samsung u.a.) und bereit.
- Für Geräte mit Windows-Betriebssystem ist sie nicht verfügbar. „Wir arbeiten an der Version für Windows-Smartphones“, erklärte Julia Lechner von der Pressestelle des Bundesamtes auf Anfrage. Eine Testphase laufe, der Abschluss sei aber noch nicht terminiert.

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