So geht es mit der Castroper Bennertor-Brücke weiter

Stadtratssitzung

Ob es in Castrop eine neue Brücke über der Emschertalbahn geben wird, ist weiter offen. In der Castroper Stadtratssitzung am Donnerstagnachmittag wurde allerdings klar: Falls es eine neue Brücke gibt, dann aus Stahl. In unseren Videos sehen Sie den aktuellen Zustand der Brückenumgebung.

CASTROP

, 24.11.2016, 22:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bennertorbrücke: So sieht es derzeit an den Widerlagern aus.

Bennertorbrücke: So sieht es derzeit an den Widerlagern aus.

Der Castroper Stadtrat hat am Donnerstagnachmittag in einer Sitzung mit vielen Themen den Plan der Verwaltung zur Bennertor-Brücke verabschiedet: Sie wird die derzeit vorhandenen Pfeiler für die vor zweieinhalb Jahren abgebaute Brücke sichern und dann Richtung Stahlbeton-Konstruktion weiter planen.

Wenn eine neue Brücke kommt, dann aus Stahl

Ob eine neue Brücke über die Emschertalbahn kommt oder nicht, ist aber nach wie vor offen. Mit der großen Mehrheit und gegen die drei Stimmen der Linksfraktion beauftragte die Politik die Verwaltung zu diesem Vorgehen. Zuvor hatte die Verwaltung einen Kostenvergleich bei einer angenommenen Nutzungsdauer von 60 Jahren aufgestellt. Demnach wären die Herstellungskosten für die Stahlbeton-Variante zwar mit 1,5 Millionen Euro recht hoch (Holz: 1,3 Millionen Euro, Stahl: 1,8 Millionen Euro), die jährliche Unterhaltung aber mit 10.600 Euro nur halb so teuer wie in den anderen beiden Varianten. Die Holzbrücke habe nur eine Haltbarkeit von 30 Jahren, dann müssten Bauteile erneuert werden.

Linke-Fraktionschef Ingo Boxhammer plädierte für die Brücke: „Die Bürger wollen sie, die Linke unterstützt diesen Willen.“ Auch wenn er eingestand, dass einige die Notwendigkeit infrage stellten – wie Leserbriefe in unserer Zeitung  verdeutlicht hätten. Manfred Postel von der FWI warf ein: „Dass wir die Brücke wegen einer möglichen Elektrifizierung in der Zukunft einen Meter höher bauen müssten, ist eine Sache, die man den Bürgern nicht mehr erklären kann.“ CDU-Fraktionsmitglied Oliver Lind meinte nur: „Sie können alles Mögliche prüfen, nur bauen sollten wir das Ding nicht.“

Einen Antrag der Linken auf die Ausrichtung eines Gestaltungswettbewerbs lehnte die Ratsmehrheit gegen die drei Stimmen aus der Linksfraktion dagegen ab. Und mit dem Verwaltungsvorschlag auch den Bau von Aufzügen. EUV-Vorstand Michael Werner benannte den hohen Wartungsaufwand und die Anfälligkeit für Vandalismus als Argumente dagegen. Er wies auch darauf hin, dass man die Standsicherheitsfrage und die Abstützung der Böschungen bedenken müsse. 

Die Planung gestaltet sich kompliziert

Die Schwierigkeiten bei der Planung sind die hohen Anforderungen an einen möglichen Neubau. Sie müsste barrierefrei sein, was angesichts des Geländes und der Platzknappheit an den beiden Enden schwierig umzusetzen ist. Außerdem hat die Deutsche Bahn Netz AG angemerkt, dass sie so gebaut werden müsste, dass eine spätere Elekrifizierung der Bahnstrecke möglich bleibt. Das bedeutet für die Brücke, dass sie höher gebaut werden müsste als die alte Bennertor-Brücke. Das führt zu hohen Rampen - in früheren politischen Sitzungen machte schon das Wort des "Rampenmonsters" die Runde. Von 40 Metern Rampe an beiden Seiten ist die Rede. 

Später in der Ratssitzung kam durch Manfred Postel auch der Hinweis von wieder ins Spiel, dass man die Brücke in einer Gesamtheit mit den anderen Problemstellen planen müsse - das erhöhe die Aussicht auf Fördergelder aus Bundestöpfen. Dabei spielt der Bahnhof Castrop-Rauxel Süd eine Rolle: Hier müssten die Bahnsteige an den Standard angepasst und damit deutlich erhöht werden, um den Einstieg in die Bahn barrierefrei zu machen. Auch der Bahnübergang Obere Münsterstraße ist nach neuen Richtlinien in der jetzigen Art eigentlich nicht zukunftssicher. Hier müsste man eigentlich eine Untertunnelung der Bahnlinie schaffen.  

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