So haben Kita-Kinder in Rauxel Küken ausgebrütet

Oster-Projekt

In der Kindertagesstätte Kinderplanet in Rauxel geht es um Ostern wortwörtlich wie im Hühnerstall zu. Grund dafür sind sechs Küken, die hier die ersten Wochen ihres Lebens verbringen. Ausgebrütet wurden die Küken nicht etwa von einer Henne, sondern von den Kita-Kindern. Wie das funktioniert hat, erklären sie in unserem Video.

RAUXEL

, 15.04.2017 / Lesedauer: 3 min

 

Ein paar Federchen gucken schon aus dem angeknacksten Ei heraus. Dann ein ganzer Flügel. Im Hintergrund quietscht ein Mädchen begeistert. In der Kindertagesstätte Kinderplanet in Rauxel sind kurz vor Ostern Küken aus Hühnereiern geschlüpft. Warum das? Wir haben nachgefragt – bei Kindern und der verantwortlichen Erzieherin.

Laura Gottschalk ist die Gruppenleiterin. Die 25-Jährige sagt, dass das Übernehmen von Verantwortung ein großer Faktor sei, warum das pädagogisch wertvoll ist: „Die Kinder pflegen die Tiere, gehen vorsichtig mit ihnen um“, sagt sie. „Und der soziale Faktor kommt dazu: Wir gestalten das Ganze miteinander. Das fördert auch den Zusammenhalt in der Gruppe.“

Für Kinder in jedem Alter eine spannende Sache

Wie nehmen aber die das wahr, die zwischen null und sechs Jahren alt sind? „Es ist für jedes Alter ziemlich spannend“, sagt Laura Gottschalk. „Die großen Kinder setzen sich mit den Fakten auseinander, interessieren sich für das, was da genau geschieht. Die kleinen interessieren sich für die Eier und die Tiere an sich.“

Matti traut sich am meisten zu. Er nimmt sich, nachdem er gefragt hat, eines der Küken vorsichtig aus dem mit Sägespänen und Vogelsand ausgelegten Stall heraus. Er hat das gestreifte erwischt,  „Blitz“ haben die Kinder es genannt. Es ist vier Tage alt und total flauschig. Am Anfang sei es das nicht gewesen. „Es kam ganz klebrig aus dem Ei“, sagt Matti.

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Die Kinder waren live dabei, als zwei der insgesamt acht Hühner schlüpften. Erst kam eins, dann tanzte es um das andere Ei herum, um das andere auch herauszuholen. Es rief und klopfte. „Zwei Küken sind gestorben“, sagt Lily. „Die waren krank“, ergänzt Matti. Und die anderen 12 der insgesamt 20 Eier waren nicht befruchtet, das konnte man beim Durchleuchten – dem sogenannten Schieren – nach sieben Tagen sehen.

Der Brutkasten ersetzte die Henne

„Eine gute Quote, sechs Küken zu haben“, sagt Laura Gottschalk; aus Erfahrung. Zum dritten Mal brütete sie Küken in der Kita aus. Die Eier, erzählt sie, kamen vom Hof ihres Onkels. Dann legten sie sie in den Brutkasten.

Jonas (6) erklärt, warum: „In dem Brutkasten ist Wärme. Darin werden die Eier wie unter einer Kükenmama gebrütet. Denn da im Brutkasten ist es genauso heiß wie in der Kükenmama.“ Mit einem selbstgebastelten Küken-Kalender, der genau 21 Tage weit reichte, verfolgten sie dann drei Wochen, was sich tut.

Dreimal am Tag mussten sie die Eier um eine Drittel-Runde drehen, damit die Küken nicht verkleben. Das tut die Henne auch; nur nimmt sie es nicht ganz so genau wie die Kinder: Die durften immer zum nächsten Punkt auf der Schale drehen, den Laura Gottschalk mit den Kindern aufgemalt hatte.

Küken ziehen später auf einem Bauernhof ein 

Und dann, nach 21 Tagen: Woran merken die Küken denn, dass sie schlüpfen sollen? „Die haben es von innen einfach versucht“, sagt Matti. „So: buff, buff“ – dabei stößt er mit dem Kopf nach vorne, und Jonas und Lily machen es nach. „Wenn sie sich schon gut fühlen...“, meint Jonas.

„Jetzt leben die Küken für ein paar Wochen bei uns in der Gruppe“, erzählt Laura Gottschalk. Und danach? Dann kommen sie zurück auf den Hof ihres Onkels. „Dort leben sie auf einem Freigelände und haben ein schönes Leben“, sagt sie. Und gegen den Abschiedsschmerz hat ihr Onkel versprochen, später, wenn sie große Hühner geworden sind, Fotos zu schicken. 

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