So kam die Warn-App Nina bisher zum Einsatz

Warnung im Gefahrenfall

Unwetter, Bombenentschärfung und andere Gefahren - mit der Warn-App Nina informieren die Behörden seit Anfang des Jahres Bürger in Castrop-Rauxel, wenn es eine Notfallsituation gibt. Wir haben uns genauer angeschaut, wie die App funktioniert und wann sie bisher zum Einsatz kam.

CASTROP-RAUXEL

, 24.07.2017, 07:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bombenentschärfungen samt Evakuierungen, Unwetter mit schweren Niederschlägen - erst am Wochenende brachten Gewitter reichlich Regen. Vor solchen Gefahren warnen die örtliche Feuerwehr und andere zuständige Stellen des Katastrophenschutzes sowie der Deutsche Wetterdienst seit Jahresbeginn mit der Warn-App Nina - also mit einer Informations-Funktion auf dem Smartphone. Natürlich können so nur Bürger gewarnt werden, die die App auf ihrem Smartphone installiert haben.

Bei drei Bombenentschärfungen gab's Infos

Dreimal hat die Castrop-Rauxeler Feuerwehr die Warn-App bisher selbst genutzt: Dabei ging es in allen drei Fällen um eine Bombenentschärfung. Einmal an der Wewelingstraße in Pöppinghausen, einmal am Erlenweg auf Schwerin und zuletzt an der Waldenburgerstraße in Ickern.

Die App ist dabei als Ergänzung der Sirenen im Stadtgebiet gedacht. Wo zuletzt nur noch drei Sirenen installiert waren, sind es inzwischen zwar wieder 14 Sirenen, die im Katastrophenfall Alarm geben, ob bei Hochwasser, Sturm oder Bränden. In Castrop-Rauxel waren die Sirenen bisher nicht im Katastrophenfall im Einsatz.

Michael Brudek, Pressesprecher der Feuerwehr Castrop-Rauxel, resümiert den bisherigen Einsatz: „Die Sirenen wurden relativ wenig genutzt, bisher waren sie nur dreimal in Betrieb. Ebenfalls bei den Bombenentschärfungen.“ Die Sirenen, die auf Gebäudedächern angebracht sind, haben dabei aber nur eine „Weckfunktion“.

Weitere Informationen und Handlungsanweisungen folgen dann über die Warn-App Nina, sollen laut Feuerwehr aber auch weiterhin über Radio, Fernsehen und das Internet verbreitet werden. „Im Notfall braucht man ein System, das die Bevölkerung möglichst flächendeckend warnt und informiert“, sagt Brudek. „Und mit dieser ganz neuen Sirenen- und AppTechnik ist das möglich.“

Das ist die Schwäche der App:

Eine Schwäche aller Apps ist, dass sie nur solange funktionieren, wie das Smartphone Strom und Empfang hat. Aber das gilt auch für Fernsehen, Radio und Internet. Für den Notfall, wenn dann mal kein Strom oder Empfang vorhanden ist, wäre ein batteriebetriebenes Radio von Vorteil, auf das sich zurückgreifen lässt, so der Experte der Feuerwehr.

Einen Fehler sollten Nutzer auf keinen Fall machen: Sich allein auf die App verlassen. „Generell sind Meldungen per App nur ein Puzzlestück bei Warnungen“, sagt Silvia Darmstädter vom Deutschen Feuerwehrverband. Sie seien niemals das alleinige Warnmittel, sondern nur eine sinnvolle Ergänzung zu den Sirenen, zum Fernsehen und Radio.

In akuten Situationen werde man künftig auch mobile Sirenen nutzen, die auf Autos installiert sind, so Brudek. „Bis Castrop-Rauxel flächendeckend mit Sirenen ausgestattet ist, wird es aber noch etwas dauern.“ Denn das ist auch eine Kostenfrage.

Die Warn-App wurde bereits von vielen Nutzern aus dem Kreis Recklinghausen installiert, wie Brudek berichtet. „Eine negative Rückmeldung gab es bisher nicht. Ich denke, die schon beeindruckende Zahl der Nutzer spricht ganz klar für die App“, sagt er.

Hier gibt es die App
Die Warn-App Nina wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) entwickelt. Der Name steht für „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“.
Die Nina-App gibt es kostenlos für die Betriebssysteme iOS (ab Version 8.0) und Android (ab Version 4). Die App ist erhältlich über den und den .
Für weitere Betriebssysteme steht unter eine Webseite zur Verfügung, die für die mobile Nutzung optimiert wurde.

 

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