So könnten Flüchtlinge besser Jobs finden

Fragen und Antworten

Das Asylbewerber nur schwer in ein Arbeitsverhältnis kommen, ist ein bekanntes Problem. Dabei ist die Bereitschaft sehr groß, auch für ehrenamtliche Tätigkeiten. Lisa Kapteinat, Stadtverbandschefin der Castrop-Rauxeler SPD, hat sich mit diesem Problem beschäftigt und ist auf eine gute Idee gestoßen.

CASTROP-RAUXEL

12.04.2016, 05:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
So könnten Flüchtlinge besser Jobs finden

Stadtverbandschefin der SPD: Lisa Kapteinat

Das bloße Rumsitzen ist in ihren Wohnungen oder Unterkünften ist vielen Flüchtlingen ein Gräuel. „Die meisten wollen einfach nur irgendwas Sinnvolles tun“, sagt Lisa Kapteinat . Die designierte Stadtverbandschefin der SPD gibt wie viele andere Helfer ehrenamtliche Sprachkurse für Flüchtlinge in Castrop-Rauxel. Jetzt ist sie auf ein neues Portal einer Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse im Internet gestoßen, dass sie gerne bekannter machen möchte. Wir klären die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Um welches Portal handelt es sich?

Es heißt Workeer und ist die erste Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse Deutschlands, die sich speziell an Flüchtlinge richtet. Mit der Plattform soll ein geeignetes Umfeld geschaffen werden, in dem diese besondere Gruppe von Arbeitssuchenden auf ihnen positiv gegenüber eingestellte Arbeitgeber trifft.

 

Wie ist Kapteinat darauf gestoßen?

Seit Dezember gibt sie über die Facebook-Gruppe der Flüchtlingshilfe Deutschkurse. Dort hat sie im Gespräch erfahren, dass die Flüchtlinge unbedingt was tun möchten, auch ohne Entgelt. Es gehe ihnen darum, die deutsche Sprache zu lernen. Nun hofft die junge Politikerin, dass sich auch Castrop-Rauxeler für die Plattform gewinnen lassen.

Die Arbeitsagentur Recklinghausen hat einen „Integration Point“ - was hat Castrop-Rauxel?

Grundsätzlich kann jeder auch gerne an den Hauptsitz der Behörde in Recklinghausen kommen, wie die Öffentlichkeitsbeauftragte Cordula Cebulla im Gespräch mit unserer Redaktion betont. Aber gerne hole man die Menschen da ab, wo sie sich aufhielten, eben in den kreisangehörigen Städten. Zumal Fahrten mit dem öffentlichen Personennahverkehr für Flüchtlinge oft eine spannende Weltreise darstellten.

 

Das heißt konkret für Castrop-Rauxel?

Auch im Rathaus am Europaplatz ist ein Meeting Point, der Sprechstunden anbietet. Ganz viel Erfahrung damit haben vor Ort die Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe und das Mitarbeiter-Team der Caritas, die den Flüchtlingen helfen.

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Wie viele Flüchtlinge hat die Arbeitsagentur in der Kartei?

Aus dem Kreisgebiet sind es 674. Sie in Arbeit zu bringen ist eine Mammut-Aufgabe, bei der Schnellschüsse nicht taugen, sagt Cordulla Cebulla. 44 Arbeitgeber haben sich bei der Behörde gemeldet, die ihr Interesse daran bekundet haben, einen Flüchtling beschäftigen zu wollen. Daraus resultieren 26 Stellenangebote. Konkret vermittelt wurden zwei. Dass es noch nicht mehr sind, hat meist mit mangelnden Sprachkenntnissen zu tun. Mittelfristig gibt es aber durchaus Perspektiven, sagt Cebulla.

 

Die Bestimmungen zur Beschäftigungsaufnahme sind gelockert worden.

Ab jetzt gilt: Flüchtlinge dürfen in den ersten drei Monaten nicht arbeiten und keine Ausbildung beginnen. Danach kommt die Vorrangprüfung: Es wird geschaut, dass kein inländischer Arbeitsloser die Stelle besetzen möchte. Nach einem Jahr kann ein Flüchtling mit Aufenthaltsstatus bei uns dann jede Stelle annehmen.

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