So werden in Ickern Flüchtlinge untergebracht

Tag der offenen Unterkunft

Im Pavillon der Janusz-Korczak-Gesamtschule und in der ehemaligen Grundschule an der Marienburger Straße war am Freitag mal wieder Betrieb. Aus den Klassenräumen werden Zimmer für geflüchtete Menschen. Einige Trakte und Flure standen offen für alle Anwohner und Bürger. Wir waren bei der Begehung dabei und haben Fotos mitgebracht.

ICKERN

, 10.02.2017, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
So werden in Ickern Flüchtlinge untergebracht

Auch Kinder könnten unter den Menschen sein, die im Pavillon untergebracht werden. Darum ist hier ein Spielzimmer im Erdgeschoss eingerichtet. Beim Besuchs-Tag kamen am Freitag einige Familien, um sich die Unterkunft anzusehen.

Viel Arbeit steht noch bevor: Im Pavillon der Gesamtschule, der schon seit vielen Jahren nicht mehr von der auslaufenden Schule selbst genutzt wird, sind die ersten Zimmer ausgestattet: Etagenbetten in alter Jugendherbergs-Qualität stehen hier, sechs pro Zimmer.

Im Flur des großen Schulgebäudes ist man noch nicht so weit: Hier wurden gerade Wände für neue Türen aufgebrochen. Neue Trennwände in den alten Klassenräumen müssen noch her – sie werden in zwei Räume geteilt.

In einen der Räume im 1. Obergeschoss wird eine große Gemeinschaftsküche eingebaut. Der Waschraum im Erdgeschoss hat neue Versorgungsleitungen bekommen – aber längst noch keinen neuen Anstrich. Noch viel Arbeit wartet hier.

FOTOSTRECKE
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Stand des Umbaus der zukünftigen Ickerner Flüchtlingsunterkünfte

Im Pavillon der Janusz-Korczak-Gesamtschule und in der ehemaligen Grundschule an der Marienburger Straße war am Freitag mal wieder Betrieb. Aus den Klassenräumen werden Zimmer für geflüchtete Menschen. Einige Trakte und Flure standen offen für alle Anwohner und Bürger. Wir waren bei der Begehung dabei.
10.02.2017
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Der Blick vom Schulhof: In dieses Gebäude sollen bald Flüchtlinge einziehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Hier im ersten Obergeschoss der Ickerner Schule werden Räume hergerichtet, um geflüchtete Menschen unterzubringen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Janusz-Korczak-Gesamtschule in Ickern läuft aus. Darum ist Platz im Schulgebäude, weil es schon keine Unterstufe mehr gibt. Die Stadt nutzt den Raum und baut ihn nun um, damit hier Platz für geflüchtete Menschen geschaffen wird. Sie sollen hier dann vorübergehend wohnen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Eines der Treppenhäuser, das Schulgeschichte atmet: "Da werden Erinnerungen wach", sagte beim Infotag der Stadtverwaltung im Gebäude eine Besucherin, die früher genau hier zur Schule gegangen war. Nun wird hier bis Sommer umgebaut.© Foto: Tobias Weckenbrock
Hier war mal das Lehrerzimmer der Gesamtschule. Im Gebäudetrakt wird nun Platz geschaffen, damit geflüchtete Menschen, deren Asylantrag noch nicht bewilligt ist, ein Dach über dem Kopf haben.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesem Trakt werden Klassenzimmer geteilt. Aus einem Raum werden dann zwei. Außerdem wird in einem ehemaligen Klassenraum eine Gemeinschaftsküche eingerichtet. Die Menschen sollen sich selbst verpflegen.© Foto: Tobias Weckenbrock
In diesem ehemaligen Klassenzimmer der Ickerner Gesamtschule wird bis zum Sommer eine Gemeinschaftsküche eingerichtet, in der bis zu 200 geflüchtete Menschen sich selbst verpflegen sollen.© Foto: Tobias Weckenbrock
So sieht die Raumplanung im Gebäudetrakt der Gesamtschule in Ickern aktuell aus. Nach diesen Plänen wird nun bis Sommer umgebaut.© Foto: Tobias Weckenbrock
Im Erdgeschoss wird zunächst eine zentrale Essensausgabe eingerichtet. Dennoch liegt der Schwerpunkt auf der Selbstverpflegung. In einer Großküche im ersten Obergeschoss sollen die Menschen sich selbst bekochen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die zentrale Essensausgabe: Hier soll den Flüchtlingen, die gerade erst angekommen sind, der Einstieg erleichtert werden.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Damen-Dusche im Pavillon: Im Erdgeschoss sind fünf Duschen und zwei Waschbecken für Frauen eingerichtet, im ersten Obergeschoss dasselbe für die Herren.© Foto: Tobias Weckenbrock
Zurzeit ein Matratzenlager: In diesem ehemaligen Klassenraum im Pavillon wird auch ein Schlafraum für geflüchtete Menschen eingerichtet.© Foto: Tobias Weckenbrock
So sieht eines der Zimmer aus, in denen die Menschen aus aller Welt im Pavillon bald untergebracht werden sollen. Viel Platz für Privatsphäre ist nicht. Sobald der Asylantrag der Menschen bewilligt ist, sollen sie in Wohnungen im Stadtgebiet umziehen. Wird er abgelehnt, sollen sie wieder ausreisen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Flüchtlingsunterkünfte in Ickern werden auch intern als Notunterkunft bezeichnet, wie dieses Schild zeigt. So will man die Räume im Pavillon aufteilen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Flüchtlingsunterkünfte in Ickern werden auch intern als Notunterkunft bezeichnet, wie dieses Schild zeigt. So will man die Räume im Pavillon aufteilen.© Foto: Tobias Weckenbrock
So sehen die Zimmer für bis zu zwölf Personen aus: Sechs Doppelbetten, aber kaum Platz für Privatsphäre und eigene Habseligkeiten. Noch im Frühjahr könnten diese Räume bezogen werden.© Foto: Tobias Weckenbrock
So sehen die Zimmer für bis zu zwölf Personen aus: Sechs Doppelbetten, aber kaum Platz für Privatsphäre und eigene Habseligkeiten. Noch im Frühjahr könnten diese Räume bezogen werden.© Foto: Tobias Weckenbrock
So sehen die Zimmer für bis zu zwölf Personen aus: Sechs Doppelbetten, aber kaum Platz für Privatsphäre und eigene Habseligkeiten. Noch im Frühjahr könnten diese Räume bezogen werden.© Foto: Tobias Weckenbrock
Auch Kinder könnten unter den Menschen sein, die im Pavillon untergebracht werden. Darum ist hier ein Spielzimmer im Erdgeschoss eingerichtet. Beim Besuchs-Tag kamen am Freitag einige Familien, um sich die Unterkunft anzusehen.© Foto: Tobias Weckenbrock
Der Pavillon an der Gesamtschule in Ickern: Nicht schön, aber pragmatisch. "Wir hätten ihn beinahe schon abgerissen", sagte Bürgermeister Rajko Kravanja. Nun ist er froh, dass man ihn so bestücken kann, dass er als Notunterkunft für Flüchtlinge dienen kann.© Foto: Tobias Weckenbrock
Der Pavillon an der Gesamtschule in Ickern: Nicht schön, aber pragmatisch. "Wir hätten ihn beinahe schon abgerissen", sagte Bürgermeister Rajko Kravanja. Nun ist er froh, dass man ihn so bestücken kann, dass er als Notunterkunft für Flüchtlinge dienen kann.© Foto: Tobias Weckenbrock
Schlagworte Castrop-Rauxel

Fakten zum Pavillon

  • Die Kosten des Umbaus betragen rund 102.000 Euro.
  • Die Umbauarbeiten dauern sechs Monate, also bis Mai.
  • Die Fläche beträgt insgesamt 730 Quadratmeter auf zwei Geschossen.
  • Regulär stehen hier 54, im Bedarfsfall bis zu 108 Plätze zur Verfügung.

Fakten zur ehemaligen Grundschule

  • Kosten des Umbaus 735.000 Euro
  • Die Umbauarbeiten dauern etwa zehn Monate: von Oktober 2016 bis voraussichtlich Juli.
  • Die Fläche beträgt 2130 Quadratmeter, je 710 Quadratmeter im Erdgeschoss, 1. und 2. Obergeschoss.
  • Regulär stehen hier 59 Plätze zur Verfügung.
  • Die Belegung kann im Bedarfsfall auf 118 Plätze verdoppelt werden.

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Unterkünfte werden im Laufe des Jahres in Betrieb genommen

Wann genau die neuen Unterkünfte in Betrieb genommen werden, kann die Stadtverwaltung aktuell noch nicht abschätzen, da dies von der weiteren Entwicklung abhängig ist. „Der Umbau der ehemaligen Grundschule Marienburger Straße wird ohnehin erst im Juli abgeschlossen und somit auch erst dann bezugsfertig sein“, hieß es am Freitag.

 

 

In den Pavillon werden in den nächsten Monaten Menschen einziehen. „Auch wie viele Menschen kommen werden, ist noch nicht absehbar“, so die Stadt weiter. Dies sei abhängig von den Zuweisungen und der weiteren Entwicklung. Sobald die Unterkünfte in Ickern in Betrieb genommen werden, werde direkt vor Ort immer ein Mitarbeiter der Fachstelle Asyl Ansprechpartner für Bürger sein. „Kontaktdaten werden rechtzeitig bekanntgegeben“, so die Stadt.

So kann man selbst helfen

Die zentrale E-Mail-Adresse für alle Castrop-Rauxeler, die Geflüchteten helfen möchten oder Fragen und Anregungen zu dem Thema haben, ist fluechtlingshilfe@castrop-rauxel.de.

Jetzt lesen

Aktuelle Flüchtlingszahlen in Castrop-Rauxel
  • 490 Asylbewerber leben zurzeit in Castrop-Rauxel.
  • 39 von ihnen sind unbegleitete Minderjährige.
  • Geduldet sind derzeit 176 Personen in Castrop-Rauxel.
  • Zusätzlich gibt es derzeit 149 obdachlose Personen, also Wohnungssuchende, die in den städtischen Unterkünften untergebracht sind. 15 von ihnen haben die deutsche Staatsangehörigkeit.
  • Freiwillige Ausreisen aufgrund von Ablehnungsbescheiden gab es bisher zehn in diesem Jahr. Im Jahr 2016 waren es 121, 2015 noch 37.
  • Abschiebungen gab es 2017 nicht. 2016 vollstreckte die Stadt 12 Abschiebungen, im Jahr 2015 20.
  • Wann es zu neuen Zuweisungen kommt, ist weiter unklar. Die Bezirksregierung Arnsberg antwortete auf mehrfache Anfragen unserer Redaktion zuletzt nicht.
  • Noch im Frühjahr ist aber mit neuen Zuweisungen zu rechnen, weil die Großnotunterkunft mit ihren voll angerechneten 1000 Plätzen im November schloss.

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