Stadt Castrop-Rauxel erklärt das große Personal-Pech in der Kita Villa Kunterbunt

rnViele Ausfälle

„In den städtischen Kitas, außer im Mikado und in der Villa Kunterbunt, sind alle Stellen besetzt“: Das schreibt die Stadt als Antwort auf eine Anfrage unserer Redaktion. Was heißt das genau?

Ickern

, 09.03.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 4. März gab es eine Krisensitzung in der Kita Villa Kunterbunt. Der Elternvertreter Sven Krambeer hatte sich vor knapp zwei Wochen vor der Politik über den Personalmangel aufgeregt. Es gab die Verabredung, dass Bürgermeister Rajko Kravanja und die Sozialdezernentin Regina Kleff sich den Fragen der Eltern stellen würden. Und das taten sie am Mittwochabend.

„Die Stadtverwaltung dankt den Elternvertretern und allen Eltern für die Gesprächsbereitschaft und Geduld sowie den Mitarbeitern der Kita, für die sie als Arbeitgeber die Fürsorgepflicht trägt, für das außergewöhnliche Engagement“, heißt es nun im Nachgang in einem Statement der Stadt-Pressestelle auf Anfrage unserer Redaktion.

An einer raschen Verbesserung interessiert

Natürlich seien die Eltern der Kita Villa Kunterbunt, in der derzeit viele Erzieherinnen ausfallen, an einer raschen Verbesserung der Situation interessiert - „wie auch die Stadtverwaltung“, so Sprecherin Nicole Fulgenzi.

Am Mittwoch stellen Kita-Koordinatorin Claudia Wimber und Regina Kleff von der Stadtverwaltung Zeitschienen, Überbrückungslösungen und die Tätigkeiten der Verwaltung dar: die Ausschreibung offener Stellen und die geplanten Einstellungen in den kommenden Monaten. Derzeit laufe die Bewerbungsphase, die Stadtverwaltung erwarte dementsprechend „eine zeitnahe Verbesserung der Personalsituation“.

Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann schlüsselte die Personalsituation in den städtischen Kitas auf: „In den Tageseinrichtungen, außer im Mikado und in der Villa Kunterbunt, sind alle Stellen besetzt“, heißt es von der Stadt. Im Mikado auf Schwerin sei derzeit eine Stelle wegen eines Beschäftigungsverbots unbesetzt. Ein solches wird in Kitas oft wegen Schwangerschaften ausgesprochen.

Sechs Stellen unbesetzt

In der Villa Kunterbunt sind 75 Kinder angemeldet, um die sich 15 pädagogische Fachkräfte kümmern. Eigentlich. Derzeit gebe es 4 unbesetzte Erzieherstellen und 2 unbesetzte Kinderpfleger-Stellen. „3 der Vakanzen sind durch Beschäftigungsverbote hervorgerufen, 2 Personen sind in andere Einrichtungen gewechselt“, so Hilleringmann. Zudem gebe es Langzeiterkrankungen.

Der Bereich Kinderförderung habe sich aufgrund der Personallage mit dem Landesjugendamt in Verbindung gesetzt. Eine qualitative pädagogische Arbeit soll in der Kita gewährleistet werden - inklusive Vor- und Nachbereitungszeiten für Erzieherinnen.

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Hierfür unterstützen kurzfristig zwei Erzieherinnen aus anderen Kitas das Personal in der Villa Kunterbunt. Zusätzlich hilft eine ausgebildete Tagespflegerin und eine weitere 450-Euro-Kraft, die ebenfalls ausgebildete Erzieherin sei.

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Als weitere Maßnahme wurden dienstags und donnerstags für die Zeitspanne von 14 bis 16 Uhr zwei Notgruppen eingerichtet, die denjenigen Eltern offen stehen, die einen nachgewiesenen unbedingten Betreuungsbedarf haben, weil sie zum Beispiel berufstätig sind. Ab dem 1. Mai werde die Situation sich durch eine erste Neueinstellung weiter entschärfen.

Pech schon im Sommer: Wasserschaden

Die Villa Kunterbunt ist in diesem Jahr vom Pech gebeutelt. Erst musste sie von der Zechenstraße in Ickern umziehen, weil es in der eigentlichen Einrichtung einen Wasserschaden gab. Den zu beheben, kostet in etwa ein Jahr.

Der Umzug im Sommer in die Pavillons auf dem Schulhof der ehemaligen Ickerner Gesamtschule verlief auch nicht ohne Komplikationen. Es gab Ärger wegen einiger offensichtlich nicht erfolgten Vorbereitungen. Doch die Eltern packten fleißig mit an. Die Welle der Personal-Ausfälle seit einigen Wochen war der nächste Nackenschlag.

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Die Villa Kunterbunt wird aufwändig saniert. Immer wieder war es in der städtischen Kindertageseinrichtung an der Zechenstraße in Ickern zu ungeklärten Wasserschäden gekommen.

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