Stadt plant neue Radstation in leerstehendem Castroper Ladenlokal

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350.000 Euro bekommt Castrop-Rauxel aus einem Fördertopf des Landes NRW. Die Stadt will damit die Nahmobilität und den Radverkehr stärken, vor allem aber einen Impuls geben.

Castrop

, 19.11.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein formeller Bewilligungsbescheid steht noch aus. Aber demnächst kommt frisches Geld aus einem NRW-Sofortprogramm in der Stadt an: 350.000 Euro gehen aus einem 70-Millionen-Euro-Fonds zur Stabilisierung der Innenstädte in der Corona-Krise nach Castrop-Rauxel.

CDU-Kreisvorsitzender Michael Breilmann, der auch als Bundestagskandidat für die Wahl 2021 gegen Frank Schwabe (SPD) antreten soll, ließ das jetzt zu einer Jubel-Pressemitteilung hinreißen.

Er kommentierte: „Das Förderprogramm ist für unseren Handel, aber auch die Bürgerinnen und Bürger ein echter Lichtblick. Von einer starken Innenstadt profitieren alle in Castrop-Rauxel. Sie ist ein Aushängeschild und auch ein Ort der Begegnung.“

Kein Wunder, wird doch das Land NRW aus einer Koalition der Union mit der FDP regiert. Aber eine gute Nachricht ist es unzweifelhaft. Das Coronavirus habe den Einzelhandel stark getroffen, meint Rats-Fraktionschef Breilmann. Das Geld werde noch in diesem Jahr ausgezahlt und ermögliche ein rasches Handeln.

Leeres Ladenlokal soll zur Radstation werden

Aber was tut die Stadt mit diesem Geld? „Damit ist der Weg frei für einen weiteren Schritt in Sachen Stärkung Nahmobilität + Radverkehr + ÖPNV in Verbindung mit der Stärkung der Altstadt“, schreibt die Verwaltung auf Anfrage unserer Redaktion. Geplant sei eine zweite Radstation für Castrop-Rauxel, untergebracht in einem leeren Ladenlokal in der Nähe des Busbahnhofs und des Bahnhofs Süd.

Mit einem „lokalen Beschäftigungsträger“ seien bereits erste Gespräche über den Betrieb geführt worden. Man könne sich dort auch einen Fahrrad-Pannenservice vorstellen. Den gibt es in der Radstation am Hauptbahnhof, betrieben von der Rebeq, auch schon.

Impuls für innovative Ideen

„Dieses Projekt soll auch ein Impuls für weitere innovative Ideen zur (Zwischen-)Nutzung von leerstehenden Ladenlokalen sein“, erklärt Sprecherin Maresa Hilleringmann. Darüber hinaus liefen Gespräche mit der Standortgemeinschaft Casconcept über weitere Mobilitätsideen, zum Beispiel Lastenräder für Gewerbetreibende, um kleinere Lieferungen umweltschonend erledigen zu können. Ergänzend sei angedacht, mit einem externen Partner ein Leerstandsmanagement in der Altstadt zu erarbeiten.

Das Sonderprogramm des Landes NRW umfasst eine vorübergehende Anmietung oder den Zwischenerwerb leerstehender Ladenlokale, um Immobilienspekulationen vorzubeugen. Darüber hinaus werden Kommunen, die große Warenhäuser verlieren, bei der Entwicklung von Nachnutzungsperspektiven unterstützt.

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