Stalker bedrohte Ex-Freundin mit Messer und Axt

Prozess in Castrop-Rauxel

Die Beziehung war vorbei, doch der 37-jährige Ex-Partner konnte sich damit nicht abfinden, stalkte die Frau. Auch ein Kontaktverbot hielt ihn nicht davon ab. Er bedrohte die Frau, soll dabei Messer, Axt und eine Pistole eingesetzt sowie Drohungen wie „Ich schlitze dich auf“ ausgesprochen haben. Nun wurde vor Gericht verhandelt.

CASTROP-RAUXEL

, 28.02.2017 / Lesedauer: 3 min

Die Freundin hatte nach zwei Jahren Schluss gemacht. Der 37-jährige Ex-Partner konnte sich damit jedoch nicht abfinden, suchte immer wieder Kontakt. Auch, nachdem die 33-Jährige mithilfe des Gewaltschutzgesetzes ein Kontaktverbot erwirkt hatte, um das Stalking zu unterbinden.

Neun mal, zwischen Juli 2016 und Januar 2017, hat der Angeklagte gegen diese Auflage verstoßen, hat sich der Frau nicht nur genähert, sondern sie auch bedroht. Dabei soll er Messer, Axt und eine Pistole eingesetzt haben, so die umfassende Anklage, die am Dienstag im Amtsgericht verlesen wurde. Schlimme Drohungen wie „Ich schlitze dich auf“ sollen gefallen sein.

Immer wieder der Frau aufgelauert

Mal hat er der Frau vor ihrem Wohnhaus aufgelauert, dann am Arbeitsplatz, und immer wieder beim Gassi-Gehen mit dem Hund. Den Vierbeiner führte er gestern als Hauptgrund für die wiederholte Kontaktsuche an. Es sei sein Hund, die Ex wolle ihn nicht hergeben. Ein Vorwurf, dem die ehemalige Freundin widersprach. „Er wollte ihn nicht zurückhaben“, sagte sie im Zeugenstand aus.

Dagegen schilderte sie den Einsatz von Waffen, die der Angeklagte abgestritten hatte. „Ich hatte die Sachen dabei, aber immer in meinem Rucksack“, hatte er angegeben. Doch die Frau berichtete, dass er ihr einmal eine Pistole an den Kopf gehalten und gedroht habe, sie abknallen zu wollen. Ein anderes Mal habe er ein Messer gezückt, einmal auch die Jacke geöffnet um die Axt zu zeigen, die im Hosenbund steckte.

Anwalt: "Vieles falsch gemacht"

„Mein Mandant hat vieles falsch gemacht“, räumte der Verteidiger ein, führte an, dass der Mann unter Drogen und Alkoholeinfluss gestanden habe. Auch habe er sich emotional in einem Ausnahmezustand befunden, habe sehr unter dem Tod des Vaters gelitten.

Weil er immer wieder gegen das Gewaltschutzgesetz verstoßen hatte, sitzt der 37-Jährige seit Januar in Haft. Doch am Mittwoch wird er entlassen. Mit einer einjährigen Freiheitsstraße, ausgesetzt zur Bewährung, im Gepäck sowie der Auflage, psychosoziale Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das wird er im Norden Deutschlands tun. Denn der Mann plant einen Umzug, will von vorn anfangen – weit weg von Castrop-Rauxel, ohne Drogen und Alkohol. 

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