Start-up wagt den großen Sprung und will Strohhalme maschinell fertigen

rnNachhaltige Strohhalme

Im letzten Jahr begannen drei junge Castrop-Rauxeler, etwas für die Vermeidung von Plastikmüll zu tun. Die Herstellung von Trinkhalmen aus Stroh soll jetzt weiter professionalisiert werden.

Castrop-Rauxel

, 27.06.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Nicht immer sind es die spektakulären Sprünge, die die Entwicklung eines jungen Unternehmens ausmachen. Es ist vielmehr harte Arbeit im Verborgenen, die schrittweise zum Erfolg führt“, sagt Luise von Agris (23), die mit ihrem Bruder Julius (19) und dessen Freund Hannes Müller (18) zu den Gründungsmitgliedern des Start-ups „Back to Nature“ gehört.

Im vergangenen Sommer begannen die Drei mit der Herstellung von Trinkhalmen aus heimischem Getreide als Alternative zu den Einwegprodukten aus Plastik. Wie hat sich das junge Unternehmen seitdem entwickelt? Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Produktion? Wie sehen die weiteren Pläne aus? Wir fragten nach bei „Back to Nature“.

Anfragen aus Schweden

Nach dem beeindruckenden Start im Sommer 2019 gingen die Produktion und der Verkauf der Strohhalme im letzten Winter weiter. „Back to Nature“ war auf einem der letzten Naschmärkte im Herbst und auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt vertreten. Online-Shops für nachhaltige Produkte und ein Anbieter für Club- und Partyartikel, der „grüner“ werden wollte, haben die Trinkhalme in ihr Programm aufgenommen. Sogar aus Schweden gab es Anfragen.

Trotz Corona-Krise weitere Investitionen

Das Coronavirus hat für die drei jungen Castrop-Rauxeler aber auch viel verändert. Ohne Gastronomien und Events waren Trinkhalme vorübergehend wenig gefragt.

Deshalb war die Freude groß, als die „Kulisse“ in der Altstadt jetzt beschloss, ihre Cocktails mit den Trinkhalmen aus Stroh auszuschenken. Hannes Müller weiß das sehr zu schätzen: „Lokale Unternehmen unterstützen lokale Unternehmen, dieses Motto trifft in Castrop-Rauxel besonders in Krisenzeiten zu“.

Mit den Natur-Strohhalmen lassen sich Cocktails umweltschonender konsumieren als mit Plastikhalmen.

Mit den Natur-Strohhalmen lassen sich Cocktails umweltschonender konsumieren als mit Plastikhalmen. © von Agris

Das junge Team von „Back to Nature“ investiert weiterhin einen Großteil seiner Freizeit in das eigene Unternehmen. Das Ersparte der Gründer ist für die ersten Werkzeuge, die Lagercontainer, die Regale und die Internetseite ausgegeben worden. Einen Lohn zahlen sich die Drei nicht aus. Die Einnahmen werden sofort wieder in neue Projekte gesteckt.

Maschinelle Herstellung ist jetzt geplant

Zum einjährigen Firmenbestehen hat sich das junge Team viel vorgenommen. Hierzu erklärt Julius von Agris: „Ein wichtiger Schritt für uns ist die Entwicklung einer Maschine, die Teile der Produktion automatisiert. Bisher stellen wir alles in Handarbeit her. Das ist sehr aufwendig.“

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Für die Verwirklichung einer technischen Anlage ist „Back to Nature“ eine Kooperation mit einem Industriepartner aus der Region eingegangen, der sich auf Verfahrenstechnik in der Lebensmittelindustrie spezialisiert hat.

„Wir wollen weiterhin nachhaltig und lokal in Castrop-Rauxel produzieren, müssen jedoch mit Billigimporten aus Fernost mithalten können“, erläutert Luise von Agris.

Mehr zum Start-up

  • Wer die Trinkhalme aus Stroh ausprobieren möchte: In der „Kulisse“ gibt es sie zu den Cocktails.
  • Kaufen kann man sie in der „Castroper LeseLust“ oder bei „Hendrich – Strümpfe & mehr“.
  • Weitere Infos zum Start-up „Back to Nature“ findet man auf dem Facebook-Auftritt.
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