Ein Teil der ehemaligen Friedrich-Harkort-Schule wird abgerissen. Hier soll ein Kita-Neubau entstehen. © Stadt Castrop-Rauxel
ISEK Merklinde

Statt Rasselbande: Stadt sucht Träger für neue Kita an ehemaliger Schule

Das Kinderhaus Rasselbande zieht sich aus Merklinde zurück. An den Plänen für eine Kita an der ehemaligen Harkort-Schule ändert das nichts. Jetzt werden bauliche Voraussetzungen geschaffen.

Die Stadt Castrop-Rauxel und das Kinderhaus Rasselbande hatten gemeinsame Pläne. Am Standort der ehemaligen Harkortstraße sollte die gemeinnützige GmbH eine neue Kindertagesstätte betreiben. Sie ist einer der wichtigen Bestandteile des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts Merklinde (ISEK).

Mit dem Rückzug des Kinderhauses Rasselbande muss die Stadt einen neuen Träger finden. Denn eine Kita soll es hier weiterhin geben, teilt die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit.

„Die Verwaltung ist nach dem nun überraschend kurzfristigen Rückzug bereits in Gespräche eingestiegen, die Versorgung mit Kita-Plätzen in Merklinde weiterhin aufrechtzuerhalten“, so Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi. Die Trägerschaft muss jetzt ausgeschrieben werden. Im nächsten Jugendhilfeausschuss steht dies auf der Tagesordnung stehen.

Kinderhaus Rasselbande schließt 2022 Standort Marienschule

Die Stadtverwaltung bewerte es positiv, so Nicole Fulgenzi, dass die Leitung des Kinderhauses Rasselbande die Reißleine gezogen habe – auch wenn die Gespräche zwischen Träger und Stadtverwaltung einen zeitlich lückenlosen Übergang in das neue Angebot an der Harkort-Schule zum Ziel gehabt hätten. Auch Rasselbande-Chefin Angelika Kirstein hatte von guten Gesprächen und gemeinsamer Abstimmung gesprochen.

Wenn das Kinderhaus Rasselbande im Sommer 2022 am Standort Marienschule aufhört, fehlen in Merklinde zweieinhalb Kindergartengruppen. Die Familien, deren Kinder dort betreut werden, haben die Möglichkeit, an den Standort Castrop Holz des Kinderhauses zu wechseln, wo zwei neue Gruppen entstehen sollen.

Perspektivisch werde das Angebot in Merklinde aber wachsen, so die Stadt. Vorgesehen sind in der Kita, die an der Harkort-Schule neu gebaut wird, vier Gruppen. „Auch für das gesamte Stadtgebiet ist es Ziel der Verwaltung bei Bedarf jedem Kind einen adäquaten Kita und später auch einen OGS-Platz anzubieten“, so Nicole Fulgenzi.

Für den Kita-Neubau hat der Abriss eines Gebäudeteils begonnen

Der Neubau der Kita wird auf dem Gelände der ehemaligen Schule an der Wittener Straße 322b entstehen. Dafür muss der südliche Gebäudeteil weichen. Die Abrissarbeiten laufen und sollen planmäßig bis zum Frühjahr 2023 beendet sein, so die Stadt in einer Pressemitteilung am Mittwoch (27.10.).

Ministerin Ina Scharrenbach und Bürgermeister Rajko Kravanja mit Vertretern aus Rat, Verwaltung und des Bürgervereins bei der Übergabe des Förderbescheids.
Ministerin Ina Scharrenbach und Bürgermeister Rajko Kravanja mit Vertretern aus Rat, Verwaltung und des Bürgervereins bei der Übergabe des Förderbescheids. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Aus der Schule soll neben dem Kita-Standort ein Bürgerzentrum inklusive Quartiersbüro entstehen. Es ist eines wichtigsten Projekte des ISEK Merklinde. Im Sommer brachte Ministerin Ina Scharrenbach persönlich den Fördergeldbescheid über 2,8 Millionen Euro, die von Bund und Land NRW für die ersten Projekte gedacht sind.

Während die Kita einen Neubau erhält, werden die Turnhalle der Schule und der weitere Schulgebäudeteil erhalten bleiben. Hier werden eine sportliche Begegnungsstätte und das Begegnungszentrum mit Stadtteilbüro als zentrale Anlaufstelle für alle Bürger aus Merklinde eingerichtet.

Weitere Förderungen sind beantragt

Auch hier schreiten die Planungen voran, sodass 2022 mit den Umbau-Arbeiten begonnen werden kann. Im Laufe des Jahres 2023 soll dann das Quartierszentrum bezogen werden, so die Stadt.

Der ehemalige Schulhof soll ein Begegnungs- und Aufenthaltsort werden. Auf Grundlage eines Konzeptes, das durch ein Planungsbüro mit dem Bürgerverein „Wir sind Merklinde“ erarbeitet wurde, konnte hierfür bereits im September ein Förderantrag gestellt werden.

Der auf dem Schulhof wachsende, große Gingko-Baum soll auch nach den Umgestaltungsarbeiten erhalten bleiben und perspektivisch zusammen mit einer Bürger-Baum-Bank zum Verweilen einladen. Diese Idee des Vereins „Wir sind Merklinde“ wird innerhalb des Bürgerbudgets 2021 gefördert.

ISEK Merklinde

  • Ziel der seit 2017 von Stadtverwaltung, Politik, dem Bürgerverein „Wir sind Merklinde“ und anderen lokalen Akteuren gemeinsam erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie für das Quartier und der Weiterentwicklung des ISEK Merklinde sind eine soziale Stabilisierung und die Weiterentwicklung des Stadt- und Sozialraumes.
  • Diese Erarbeitungen sind gleichzeitig Voraussetzung für die im Sommer bewilligten Fördergelder aus dem Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“.
  • Weitere Meilensteine des Projektes sind unter anderem ein Quartiersmanagement, ein Verfügungsfonds für bewohnergetragene Projekte sowie die Unterstützung privater Fassadenaufwertungen und Hofentsiegelungen zur Verbesserung des Stadtbildes.
Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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