Sterben wird teurer: Friedhofsgebühren in Castrop-Rauxel steigen zum 1. März

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Es gibt endlich einen Lösungsansatz, dass die Friedhofsgebühren in Castrop-Rauxel nicht ins Unermessliche steigen. Aber erst einmal werden Gräber teurer. Immerhin: Andere Gebühren sinken deutlich.

Castrop-Rauxel

, 16.02.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Friedhofsgebühren sollen zum 1. März 2020 um durchschnittlich 3,31 Prozent steigen. Die gute Nachricht hinterher: Die Nutzung von Trauerhallen soll deutlich preiswerter werden. Offenbar hat die Stadt endlich einen Weg gefunden, um das langjährige Dilemma bei der Kostenspirale zu lösen.

Das hatte vor allem mit einer Entwicklung zu tun: Die Gebühren für die Nutzung der Trauerhallen und Leichenzellen auf kommunalen Friedhöfen stiegen jedes Jahr, weil sie immer weniger nachgefragt wurden. Die Kosten muss die Stadt aber zu 100 Prozent wieder einnehmen.

Stadtrat verschob die Gebühren terminlich

Der Stadtrat beschloss in seiner finalen Sitzung des vergangenen Jahres am 28. November 2019 alle Gebühren fürs neue Jahr. Er kam ohne Erhöhungen aus, die Friedhofsgebühren allerdings blieben ausgeklammert. Sie wurden auf dieses Jahr vertagt und als Hausaufgabe in die interfraktionelle Runde in der Politik gegeben.

Jetzt stehen die Friedhofsgebühren für die Sitzung des Ausschusses für Bauen, Verkehr und Sport (B3) am Donnerstag, 20. Februar, in der Tagesordnung. Nach Auskunft der Verwaltung werden die Gebührenteile wegen der prekären Situation bei den Trauerhallen und Co. zur Sacheinheit „Gebäudenutzung“ zusammengefasst.

Es gibt also einen komplett neuen Denkansatz, der etwas mit der Daseinsfürsorge für die Bürgerinnen und Bürger zu tun hat und damit, in diesem Bereich wettbewerbsfähig zu sein.

Nutzung der Leichenzelle kostete 2019 noch 955 Euro

Der neue Lösungweg hängt mit dem Ausschluss der kalkulatorischen Zinsen zusammen, aber das ist mehr so für die Feinkostabteilung bei kommunaler Kalkulation. Es bedeutet, dass der allgemeine Haushalt in „geringem Maß“, so hieß es bei der Stadtverwaltung, mehr belastet werde. Zumindest vorübergehend, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt.

Mit der Folge, dass es künftig nur noch einen Preis für die Nutzung von Trauerhallen und Leichenzellen geben soll. Der beträgt 287 Euro. Zum Vergleich: Hier waren wir 2019 bei Kosten von 955 Euro für die Leichenzelle und 476 Euro für die Trauerhalle. Im Jahr 2018 war man bei der Leichenhalle bei 224 Euro, bei der Trauerhalle bei 485 Euro. Auch die in den vergangenen Jahren erfolgte Schließung von Trauerhallen und Leichenzellen änderte am Grundproblem nichts.

„Wir haben sehr intensiv an dieser neuen Lösung gearbeitet“, sagt Klaus Breuer, Chef des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen. Angesichts des großen Aufgabenpensums und der gestiegenen Belastungen stehe man mit dem Ergebnis super da.

Samstagsbestattungen werden teurer

Aber, auch das gehört dazu: Bei den Bestattungen an Samstagen, die 2017 von der Stadt eingeführt wurden, werden deutlich mehr Gebühren fällig. Kostete die Bestattung in einer Urne im vergangenen Jahr 366 Euro, sollen künftig dafür 383 Euro anfallen. Bei der Bestattung im Sarg erhöhen sich die Gebühren von 367 Euro auf 411 Euro. Beim Sarg sind das 12 Prozent mehr, bei der Urne 4,7 Prozent.

Noch ein paar Zahlen zum Vergleich: Ein Reihengrab über fünf Jahre kostet künftig 2455 Euro (1729 Euro für die Nutzung, 726 Euro für die Bestattung). Das ist eine Steigerung um 3,93 Prozent.

Hat man bereits ein Reihengrab und die Bestattungsgebühr entfällt, erhöht sich der Betrag um von 1689 Euro auf 1729 Euro, was eine Steigerung von 2,38 Prozent bedeutet. Eine anonyme Urnenbestattung kostet künftig 1290 Euro. Hier ergibt sich eine Steigerung von 3,37 Prozent.

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