Geldstrafe gegen Jodel-Betrüger: Hilfsbereitschaft eines „Jodlers“ missbraucht

rnJodel-App

Nach einem Aufruf über das soziale Netzwerk „Jodel“ spendete ein Mann Geld, wollte etwas Gutes tun. Als weitere Abbuchungen vom Konto abgingen war klar: er war einem Betrüger aufgesessen.

Castrop-Rauxel

, 24.05.2019 / Lesedauer: 2 min

Im Netz wird fröhlich gejodelt. Nicht wie im echten Leben, sondern in Wort und Foto auf einer gleichnamigen Plattform im Social-Media-Bereich. Das funktioniert per App, ist anonym und hat eine Reichweite von etwa zehn Kilometern. Meist werden, so die Werbung, witzige Dinge ausgetauscht, zur allgemeinen Erheiterung.

Doch ein Jodler, wie die User hier heißen, hatte gar nichts zu lachen. Er wurde Opfer seiner Gutgläubigkeit und um 200 Euro erleichtert. Das erzählte er dem Strafrichter des Amtsgerichtes, wo er als Zeuge geladen war.

Die Anklagebank blieb dagegen leer. Hier sollte eigentlich ein 22-Jähriger Platz nehmen, der den Zeugen hereingelegt hatte. Auf der Jodelplattform hatte er vorgegeben, neu in der Stadt zu sein, ohne Geld, ohne Unterkunft.

„Ich wollte was Gutes tun“

Er bat um Hilfe. „Ich habe selbst auf diese Weise in einer verzwickten Lage mal Hilfe erhalten und wollte was Gutes tun“, sagte der Hereingelegte. Allerdings abseits der Verhandlung, denn die konnte ohne den Angeklagten nicht stattfinden.

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Er hatte sich eine Kopie des Ausweises vom Hilfesuchenden schicken lassen, und die Bankverbindung. Auf die überwies er 200 Euro – und wurde von einer weiteren Kontobelastung überrascht.

Zusätzliche 200 Euro waren abgebucht. Per ausgefülltem Papier-Überweisungsträger. Doch erst, als ein weiteres Formular mit einem Betrag von 650 Euro auftauchte, wurde die Bank stutzig, rief den Kunden an. Der hatte zuvor alle Bankgeschäfte online erledigt.

Überweisungsträger war gefälscht

Die beiden Überweisungen waren gefälscht. Der Jodler hatte die Bankdaten aus der gut gemeinten Gutschrift genutzt, um weitere Beträge auf sein Konto zu packen.

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Die ergaunerten 200 Euro erstattete die Bank ihrem Kunden, die finanzielle Hilfe muss der Spender als Lehrgeld verbuchen. Bleibt zu hoffen, dass er seine Erfahrung jodelnd teilt.

Denn der Angeklagte wurde nun schriftlich per Strafbefehl wegen Betruges zu 1500 Euro Geldstrafe verurteilt, dürfte damit wieder finanziell in der Klemme sein.

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