Streit um Blitzer in Castrop-Rauxeler Tempo-30-Zone

Schild zu nah an der Kreuzung

Werner Spanka ist sauer auf die Stadt. Wegen eines Knöllchens. Auf der Suderwicher Straße in Castrop-Rauxel ist er geblitzt worden - seiner Meinung nach, ohne dass er das Tempo-30-Schild rechtzeitig hätte wahrnehmen können. Für ihn eindeutig eine Blitzer-Falle. Wir haben deswegen bei der Stadt nachgefragt.

CASTROP-RAUXEL

, 31.07.2017, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein wütender Autofahrer wäre an sich keine Geschichte wert, denn Knöllchen verteilt die Stadt regelmäßig und mehr oder minder regelmäßig auch zu Recht. Gegen das Knöllchen an sich hat Werner Spanka auch gar nichts. Aber gegen die Art, wie es zu Stande gekommen ist:

Es war der 22. Juni um 8.22 Uhr, als Werner Spanka, der aus Recklinghausen kommt, auf der Suderwicher Straße unterwegs war und von dort aus in die Wartburgstraße in Richtung Habinghorst / Rauxel abbog. Und dort tappte er nach wenigen Metern unter der Autobahnbrücke in die Blitzer-Falle. Statt Tempo 30, wie es das Straßenschild forderte, hatte er laut Zahlungsaufforderung der Stadt, die ihn einige Tage später erreichte, 37 km/h (nach Abzug der Toleranz) drauf. Ergebnis: Spanka soll 10 Euro zahlen. Kein großes Ding, wo also hakt es?

Das Tempo-30-Schild sei viel zu nah an der Kreuzung

Werner Spanka: „Das Geld ist mir doch völlig egal, aber nicht, wie es erbeutet worden ist. Das ist doch darauf angelegt worden, dass man da in die Tempo-30-Falle tappt“, schildert Spanka seinen Verdruss. Er sei von der Suderwicher Straße, wo Tempo 50 gilt, nach rechts abgebogen, habe an der großen Kreuzung natürlich auf den Vorfahrtsverkehr von links achten müssen und habe sich dann eingefädelt.

Das 30-Schild habe viel zu nah an der Kreuzung gestanden und müsse hinter dem Innenspiegel verdeckt gewesen sein, ist Spanka von seiner Unschuld überzeugt. „Nach dem Linksblick war ich schon am Schild vorbei, ehe ich wieder nach rechts gucken konnte. Das habe ich extra noch mal ausprobiert.“ Der unter der Brücke im Schatten versteckte Blitzwagen der Stadt habe nur den Zweck gehabt, ihn und andere Autofahrer dabei zu erwischen.

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Die Stadt sagt dazu: Man habe den Blitzwagen an dieser Stelle nicht aufgestellt, um Autofahrer abzuzocken, sondern um an einer Stelle, an der regelmäßig zu schnell gefahren wurde, auf das zu hohe Tempo einzuwirken.

Auf den Sachverhalt angesprochen, hat sich Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi beim Ordnungsamt kundig gemacht. Demnach gab es Ende Juni auf der Wartburgstraße unmittelbar hinter der Kreuzung mit der Suderwicher Straße eine Baustelle. „Bereits auf der Suderwicher Straße wies ein Verkehrsschild auf Bauarbeiten beim Abbiegen in die Wartburgstraße hin und damit auf eine besonnene Fahrweise. Zu Beginn der Wartburgstraße, etwa 5 bis 10 Meter nach dem Einmündungsbereich, wurde das temporäre 30-Schild aufgestellt.“

Schild war eine Reaktion auf Beschwerden über Tempo-Überschreitungen

Hintergrund sei die genannte Baustelle gewesen. Nicole Fulgenzi: „Trotz der Aufstellung der gut sichtbaren Verkehrsschilder wendeten sich Baustellenmitarbeiter mit dem Hinweis an die Stadtverwaltung, dass die Geschwindigkeit dort deutlich überschritten würde, woraufhin der Bereich Ordnung und Bürgerservice Geschwindigkeitskontrollen durchführte.“ Man habe also auf Beschwerden über zu hohe Geschwindigkeiten an dieser Stelle reagiert.

Auf konkrete Nachfrage gab Fulgenzi zudem die Auskunft, dass es keine „exakte Meterangabe für das Aufstellen der Schilder“ gebe. „Die Regelung schreibt eine gute Sichtbarkeit vor“, so Fulgenzi als Reaktion auf Spankas Kritik.

Werner Spanka sieht das anders. Er hat bereits angekündigt, der Zahlungsaufforderung nicht Folge leisten zu wollen. Er will sich stattdessen einen Anwalt nehmen und gegen das Knöllchen vorgehen.

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