Suche nach Autodieben per Hubschrauber war für den Steuerzahler eine teure Angelegenheit

rnPolizei

Die Suche nach Autodieben, die in Castrop-Rauxel einen Unfall bauten, blieb bis heute erfolglos. Und der Einsatz eines Polizeihubschraubers bei der Fahndung hat zudem viel Geld gekostet.

Castrop-Rauxel

, 23.01.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Hubschrauber der Polizei war am Freitag, 17. Januar, über Deininghausen im Einsatz. Er unterstützte die Beamten am Boden bei der Suche nach zwei geflüchteten Männern.

Einer der beiden Männer hatte einen silberfarbenen Kia Cerato gefahren und hatte auf der Weimarer Straße einen am Straßenrand geparktes Auto gerammt. Eigentlich ein Unfall, wie er immer mal wieder vorkommt.

Das änderte sich, als ein Zeuge des Unfalls, der sich um 5.50 Uhr ereignet hatte, beobachtete, dass sowohl der Fahrer als auch der Beifahrer des Kia nach dem Unfall ausstiegen und zu Fuß in Richtung Leipziger Straße davon rannten. Da schaltete die Polizei, vom Zeugen zur Hilfe gerufen, in den Alarmmodus und löste eine Großfahndung aus. An der beteiligten sich unter anderem mehrere Streifenwagenbesatzungen. Sie waren entlang der Oststraße in den Feldern rund um die Bauernhöfe Menken und Dingebauer unterwegs, um nach den gesuchten Männern zu fahnden.

Polizei setzte einen Hubschrauber ein

Michael Franz, Sprecher der Polizei in Recklinghausen: „Wir sind schnell informiert worden. Wenn es dann die Möglichkeit gibt, die Täter fassen zu können, wenden wir alle gebotenen Fahndungsmaßnahmen an, um die Täter dingfest zu machen.“ Zumal sich herausstellte, dass die Männer flohen, weil ihr Unfallauto in Dortmund als gestohlen gemeldet worden war.

Zur Fahndung gehörte am 17. Januar nicht nur der Bodeneinsatz von Polizisten, sondern auch der Einsatz eines Polizeihubschraubers, den die Polizei in der Jagd nach den beiden zu Fuß Flüchtenden einsetzte.

Bisher erfolglos übrigens, wie Michael Franz am Montag gestehen musste. Denn auch im Nachgang hat sich offenbar noch keine verwertbare Spur gefunden. Keine Spur auf jeden Fall, die Franz unserer Redaktion auf Nachfrage nennen wollte.

Steht der Einsatz im Verhältnis zur Tat?

Steht der Hubschraubereinsatz bei solch einem Fall überhaupt im Verhältnis zur Tat? Der Einsatz werde in solchen Fällen von der Leitstelle entschieden, so Franz. Wenn einer der insgesamt sechs Hubschrauber, über die die Polizei an den beiden Standorten Dortmund und Düsseldorf verfügt, bereit sei und es keine wichtigeren Einsätze gebe, starte das Hubschrauber-Team, um die Suche nach Tätern aufzunehmen.

Wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage eines CDU-Landtagsabgeordneten im Jahr 2015 hervor geht, „wird bei derartigen Einsatzentscheidungen nicht nach Kostengesichtspunkten entschieden.“ In der Anfrage war es um einen Flugeinsatz eines Polizeihubschraubers, bei dem ein SEK-Leiter aus Ostwestfalen nach Düsseldorf geflogen worden war.

Interessant ist die Anfrage aber vor allen Dingen, weil aus ihr die Kosten für einen solchen Hubschrauberflug hervorgehen. Diese Frage hatte Michael Franz von der Kreispolizeibehörde nämlich nicht beantworten können.

Polizei fliegt jetzt ein neueres Modell

Und auch eine Sprecherin des Landesamtes für zentrale polizeiliche Dienste (LZPD), dem die beiden Hubschrauber-Standorte in NRW unterstellt sind, konnte die Frage nicht beantworten, da es dazu „für die neuen Hubschraubermodelle, die wir jetzt im Einsatz haben, noch keine Werte gibt“.

Die Polizei fliegt inzwischen nämlich moderne Airbus-Hubschrauber des Typs H 145, die seit 2016 nach und nach die früher eingesetzten Hubschrauber MBB BK 117 abgelöst haben. Für das alte Modell nun wird in der erwähnten Antwort auf die Kleine Anfrage ausgeführt, dass „der variable Selbstkostensatz (ohne Personalkosten) für die Flugstunde von Hubschraubern

des Musters BK 117 1.460 Euro beträgt“.

Die Suche nach den Autodieben in Deininghausen ist am Freitag also nicht nur ergebnislos geblieben, sondern hat auch einiges Geld gekostet.

Lesen Sie jetzt