Südafrikanische Virusvariante hat Castrop-Rauxel erreicht

Coronavirus

Nach der britischen Variante sind im Kreis Recklinghausen nun Fälle der Corona-Mutation B 1.351 festgestellt worden, die zuerst in Südafrika aufgetreten war. Auch Castrop-Rauxel ist betroffen.

Castrop-Rauxel

, 16.03.2021, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Aufnahme von Forschern zeigt Coronaviren in einer 3D-Abbildung von SARS-CoV-2-Viren aus schockgefrorenen Proben.

Die Aufnahme von Forschern zeigt Coronaviren in einer 3D-Abbildung von SARS-CoV-2-Viren aus schockgefrorenen Proben. © picture alliance/dpa/Nanographics/apa

Die sogenannte britische Variante des Coronavirus hat sich inzwischen auch in Deutschland sehr stark verbreitet. Jetzt wurde die südafrikanische Virusmutation erstmals im Kreisgebiet festgestellt. Identifiziert wurden die Fälle innerhalb von Sequenzierungen und Typisierungen. Das teilt der Kreis Recklinghausen mit.

Die Corona-Mutation B 1.351 ist zuerst in Südafrika aufgetreten, daher ihr Name. Nun sind im Kreis Recklinghausen die ersten vier Fälle aufgetreten. Eine Virusvariante wurde bei einer Person aus Castrop-Rauxel entdeckt. Drei Fälle sind bisher in Herten nachgewiesen worden. Wie es zu der Ansteckung mit der Virus-Mutation kam, ist unklar, so Kreissprecherin Lena Heimers. Die infizierten Personen befinden sich in Quarantäne.

Bislang geht die Wissenschaft davon aus, dass die sogenannte südafrikanische Virusvariante keine schwereren Krankheitsverläufe als der ursprüngliche Virus auslöst. Sie gilt aber als ansteckender. Damit ähnelt sie der britischen Mutation.

Auch mit Impfung weniger gut geschützt vor der südafrikanischen Variante

Das RKI weist allerdings auch daraufhin, dass anders als bei der britischen Variante Menschen, die mit der ursprünglichen Variante infiziert waren oder einen auf dieser beruhenden Impfstoff erhalten haben, weniger gut vor einer Infektion mit B.1.351 geschützt sind. Die neutralisierenden Antikörper, die das Immunsystem gebildet hat, seien gegen das veränderte Virus weniger wirksam.

Sequenzierungen werden von den Laboren entsprechend der Vorgaben des Bundes bei fünf bis zehn Prozent aller Corona-Tests durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein sehr aufwendiges Verfahren, bei dem die Probe auf jegliche Abweichungen von der klassischen Variante untersucht wird.

Wegen höherer Ansteckungsgefahr noch stärker auf Regeln achten

Das Gesundheitsamt ordnet darüber hinaus in allen Fällen, bei denen es einen Anfangsverdacht für das Vorliegen einer Virusvariante gibt, so genannte Virus-Typisierungen an. In diesen Fällen untersucht das Labor einen positiven PCR-Test gezielt auf die bereits bekannten britischen, brasilianischen und südafrikanischen Varianten.

Auch bei den Virus-Varianten gelten die gleichen Vorgaben und Empfehlungen wie bei allen anderen Corona-Fällen auch. Wegen der höheren Ansteckungsgefahr sollte noch stärker auf die Einhaltung der Regeln geachtet werden.

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