Täter warfen Gullydeckel durch die Scheiben

Prozess um alte Einbruchsserie

Die Täter kamen nachts, warfen einen Gullydeckel durch die Schaufensterscheibe und stahlen bevorzugt Zigaretten. Fast zehn Jahre nach einer Serie von Einbrüchen in Dortmund, Castrop, Lünen und Werne beschäftigt der Fall noch einmal das Landgericht.

CASTROP-RAUXEL

09.03.2017, 14:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Gullydeckel auf der Karl-Lehr-Strasse am Freitag (17.09.2010) in Duisburg. Ein solcher, nur provisorisch gesicherter Gully im Unglücksbereich des Duisburger Loveparade-Geländes könnte für die Menschen dort zur Stolperfalle geworden sein. Der defekte Gullydeckel sei nur notdürftig abgedeckt gewesen, hieß es am Freitag in einem Vorabbericht der «Aktuellen Stunde» des WDR-Fernsehens Foto: Achim Scheidemann dpa/lnw  +++(c) dpa - Bildfunk+++

Ein Gullydeckel auf der Karl-Lehr-Strasse am Freitag (17.09.2010) in Duisburg. Ein solcher, nur provisorisch gesicherter Gully im Unglücksbereich des Duisburger Loveparade-Geländes könnte für die Menschen dort zur Stolperfalle geworden sein. Der defekte Gullydeckel sei nur notdürftig abgedeckt gewesen, hieß es am Freitag in einem Vorabbericht der «Aktuellen Stunde» des WDR-Fernsehens Foto: Achim Scheidemann dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++

Auf der Anklagebank sitzt ein 40-jähriger Jugendfußball-Trainer. Er soll bei rund einem Dutzend nächtlichen Beutetouren der Fahrer gewesen sein. „Das stimmt“, sagte er zu Beginn der Verhandlung am Donnerstag. Bei seinen beiden Komplizen, die längst in früheren Prozessen verurteilt worden und zum Teil sogar schon in die Türkei abgeschoben worden sind, habe es sich um alte Schulfreunde gehandelt. „Falsche Freunde“, nennt der 40-Jährige die Männer heute.

Als die Diebstahlserie begann, hatte der Angeklagte gerade seinen Job verloren und war von seiner Freundin verlassen worden. „Ich war am Ende. Das Leben hatte für mich keinen Sinn mehr“, sagte er den Richtern. Weil er keine Ahnung gehabt habe, wie er auf legalem Weg Geld verdienen könne, habe er sich auf die Straftaten eingelassen.

In Dortmund schlugen die Gullydeckel-Täter im Sommer 2009 an der Lanstroper Straße, der Altenderner Straße, der Mengeder Straße und der Martener Straße zu, daneben waren sie auch in Castrop, Lünen und Werne aktiv. In erster Linie stahlen sie Zigaretten aus Tankstellen. Aber auch Schlecker-Märkte und Lottobuden waren für die Bande lohnende Ziele. Die Beute soll anschließend in verschiedenen Trinkhallen in der Dortmunder Nordstadt verkauft worden sein.

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