Tausende Kinderpornos entdeckt: Ihr Besitzer schiebt es auf die Drogen

rnJahrelang gesammelt

Über Jahre hat ein heute 40-jähriger Castrop-Rauxeler kinderpornografische Fotos gesammelt und gespeichert. Jetzt, wo die Sammlung entdeckt wurde, sagt er, es sei unter Drogeneinfluss geschehen.

Castrop-Rauxel

, 08.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Sammlung des Grauens: 7194 kinderpornografische Fotos, eines ekliger als das andere. Die Opfer stets kleine Mädchen, vielleicht um die sechs Jahre alt. Gespeichert auf fünf verschiedenen Medien – Computer, Notebook, externer Festplatte, einem Tablet und einem Handy. Gefunden und beschlagnahmt wurde all das am 28. Januar 2020 in einer Castrop-Rauxeler Wohnung.

Über Jahre hat der heute 40-jährige Mieter der Wohnung die Dateien gesammelt. „Vielleicht seit 5 bis 8 Jahren“, meinte der Mann jetzt zurückblickend. Er könne das nicht genauer sagen. Auch nicht, warum er dieser Sucht verfallen sei. „Ich kann mich nicht wirklich erinnern, es hat alles unter Drogen stattgefunden“, gab er vor dem Amtsgericht Castrop-Rauxel an.

Er flüchtete im Auto und fuhr quer durch Europa

Auch an die Stunden und Tage nach der Durchsuchung seiner Wohnung erinnert sich der Mann angeblich nicht im Detail. Nach dem Polizeieinsatz stieg er jedenfalls ins Auto – ein Dienstfahrzeug – und fuhr tagelang kopflos durch Europa. Irgendwann kam er in Frankreich zur Besinnung und seine Mutter an. Nach dieser Aktion wurde er fristlos gekündigt.

Von den Drogen war der Krankenpfleger, der diesen Beruf nach einem abgebrochenen Studium erlernt hatte, zu diesem Zeitpunkt angeblich schon los. „Die letzten Drogen – in der Regel Ecstasy, Kokain und Cannabis – habe ich im November davor konsumiert“, sagte er. Drogen hätten sein Leben zunehmend bestimmt. „Ich kann mir das nicht wirklich erklären“, sagte der Mann jetzt im Amtsgericht. Und „Ich bin schuldig. Aber ich habe die Fotos immer nur unter Drogeneinfluss heruntergeladen.“

Verteidiger bittet um Bewährungsstrafe

Das Schuldeingeständnis sowie der Drogenkonsum seien, so die Staatsanwältin, bei der Urteilsfindung strafmildernd zu berücksichtigen. Viel schwerer seien dagegen die negativen Auswirkungen: Denn dem Besitz von Kinderpornografie gehe ein Handel voraus. Und damit die Unterstützung von Pädophilen-Organisationen, die diese Medien erstellen und dabei unschuldige Kinder auf das Schwerste misshandeln. Das zeigten in jüngster Vergangenheit bekannt gewordene Fälle.

„Deshalb kann ich keine günstige Prognose geben und fordere eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten ohne Bewährung“, so ihr Schlusswort. Der Verteidiger bat um eine Chance für seinen Mandanten auf eine Bewährungsstrafe. Er stünde vor den Trümmern seines Lebens.

Urteil fällt noch höher aus

Beim Strafrichter stieß er allerdings auf taube Ohren. Der packte in seinem Urteil noch vier Monate drauf und verhängte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren. „Ich weiß, es ist eine ungewöhnlich hohe Strafe“, sagte er. „Aber auch wenn Sie den Drogeneinfluss geltend machen, gab es dazwischen doch immer wieder Augenblicke, wo Sie hätten erkennen müssen, was Sie da tun.“

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