Ist freie Fahrt die „heilige Kuh“ des Castrop-Rauxeler Autofahrers?

Tempodebatte

Tempolimits sind für viele Autofahrer ein rotes Tuch. Das belegen Debatten in der Lokalpolitik wie auf Facebook. Das zeigt auch ein Überblick über unsere Berichte in den vergangenen Jahren.

Castrop-Rauxel

, 18.03.2021, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Diskussion um Tempolimits in den Städte und auf Autobahnen wird in Deutschland immer wieder vehement geführt.

Die Diskussion um Tempolimits in den Städte und auf Autobahnen wird in Deutschland immer wieder vehement geführt. © Schaper

Kaum ein Thema wird in Deutschland so kontrovers und so heftig diskutiert wie das Thema „Tempolimit“. Ob es um Geschwindigkeits-Regelung auf der Autobahn geht oder um ein generelles Tempo-30-Gebot in Innenstädten: Zwischen den Positionen „Freie Fahrt für freie Bürger“ und „Erobert die Städte von den Autos zurück“ gibt es immer wieder heftigste Diskussionen.

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Auch in Castrop-Rauxel gibt es seit Jahren Ansätze, den Raum in der Stadt, den bisher Autoverkehrs- und Parkflächen einnehmen, zugunsten der Fußgänger und Radfahrer einzuschränken. Und Ansätze, Temporeduzierungen einzuführen, wo es tatsächlich zu Unfällen oder Gefährdungen gerade von Kindern und älteren Menschen kommt.

Viele Berichte über Tempodiskussionen

Ein Ickerner preschte 2017 vor, wollte die Stadt dazu bringen, auf der Leveringhauser Straße auch Tempo 30 einzuführen. Da wohnt er mit seiner Frau und zwei Kindern, seit er von Bochum hergezogen ist.

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Die Stadt Castrop-Rauxel hat bereits Ende 2017 an drei Stellen auf der Bahnhofs- und der Wartburgstraße vor Schulen neue Tempo-30-Zonen eingerichtet. In anderen Städten wird schon mit kompletten Tempo-30-Hauptverkehrsstraßen experimentiert. Es gibt aber Gegner.

Tempolimits auf der Bahnhofstraße

Seit August 2018 stehen auch an der Bahnhofstraße ab Höhe Lunastraße Tempo-30-Schilder. Sie gelten werktags von 7 bis 17 Uhr und sollen den Schulweg für Schüler des Ernst-Barlach-Gymnasiums sicherer machen. Über die Zulässigkeit ab es Diskussionen.

Verkehrsberuhigung und Tempo-30-Zonen zum Trotz: Raserei in Castrop-Rauxel bleibt für das Ordnungsamt ein generelles Problem. Auch wenn die echten Raser eher die Ausnahme bleiben. Das erzählte unserer Redaktion der Verkehrsexperte im Ordnungsamt, Achim Waldert.

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Raserei vor Schulen. Nicht angeschnallte Kinder im Auto. Halteverbote werden missachtet. Vor den Schulen spielen sich gerade nach den Sommerferien immer wieder unglaubliche Dinge ab. Die Polizei-Bilanzen lesen sich nicht gut mit Blick auf die Autofahrer.

SPD und Grüne streben in den nächsten Jahren nun „die Richtgeschwindigkeit 30 km/h im gesamten Stadtgebiet, zumindest im ‚Mischverkehr‘ des Nebennetzes“ an. So steht es im Koalitionsvertrag. Der sieht auch vor, dass es auf dem Altstadtring und der B235 in beide Richtungen nur noch je eine Spur für Autofahrer geben soll. Statt der zweiten Auto-Spur solle es eine Spur geben, auf der sich vor allem Radfahrer, aber möglicherweise auch Busse und Taxis bewegen dürften.

„Wir müssen reden“

  • Wir diskutieren über das Thema in unserer Reihe „Wir müssen reden ...“ mit vier Castrop-Rauxelern. Und zwar mit Lisa Kapteinat (SPD-MdL), Michael Breilmann (CDU-Fraktionschef), Martin Kühl-Lukas (ADFC) und Willi Bols (Fleischer, Akteur in Sachen E-Mobilität).
  • Verfolgen kann man die Diskussion am Donnerstag, 18. März, ab 20 Uhr live und kostenlos auf rn.de/castrop zusehen. Und Sie können vorab Fragen an die Runde richten an reden@ruhrnachrichten.de. Auch während der Sendung können Sie Fragen live per WhatsApp loswerden.
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