Thomas Weijers (Piraten)

Der Selbstbewusste

Wenn die Piratenpartei am 22. September die Fünf-Prozent-Marke knackt, ist Thomas Weijers drin. „Als Dritter auf Landesliste NRW wäre mir in diesem Fall ein Platz im Bundestag sicher“, sagt der 32-Jährige. Doch aktuell liegt die Piratenpartei bei Umfragen verschiedener Meinungsforschungsinstitute bei zwei bis drei Prozent.

CASTROP-RAUXEL

von Von Silvia Seimetz

, 17.09.2013, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Thomas Weijers, Kandidat der Piraten für die Bundestagswahl 2013 in der Stadt Recklinghausen.

Thomas Weijers, Kandidat der Piraten für die Bundestagswahl 2013 in der Stadt Recklinghausen.

Und lokale Themen könne er auch als Gladbecker in Berlin vertreten: „Ich kenne den Kreis Recklinghausen und seine strukturellen Probleme.“Weijers ist Rettungsassistent, arbeitet als Kranken- und Gesundheitspfleger in einem katholischen Krankenhaus und studiert in Witten Gesundheitswesen. „Die Gesundheitspolitik ist ein Bereich, den uns viele nicht zutrauen“, meint der Pirat. „Aber wir haben auch da konkrete Forderungen, zum Beispiel nach besseren Fortbildungen für Pflegekräfte und Datenschutz für Patienten“, zählt er auf.Thomas Weijers war lange in einer etablierten Partei. Seine politischen Wurzeln liegen in der SPD. „Die ersten Jahre der rot-grünen Regierung haben mich begeistert“, blickt er zurück. Weijers wurde Juso, „und auf kommunaler Ebene bin ich schnell voran gekommen“. Doch Schröder & Co. hätten es bald geschafft, ihn zu frustrieren. „Und dann habe ich auch vor Ort gemerkt, dass bei Entscheidungen allein finanzielle und nicht strukturelle Gründe ausschlaggebend sind.“Als er 2011 ein Piratentreffen in Essen besuchte, spürte Weijers das verloren geglaubte politische Fieber wieder. „Diese chaotische, fröhliche Diskussionsform begeisterte mich. Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich wieder Spaß an Politik“, erinnert er sich. Als jungem Vater, der im vergangenen Jahr zehn Monate Elternzeit mit seinem Sohn verbracht hat, kommt ihm entgegen, dass die Piraten ihre meisten Debatten online führen. „Ich kann quasi vom Küchentisch aus in die Sitzung gehen, das ist praktisch.“

  • Alter: 32
  • Wohnort: Gladbeck
  • Familienstand: verheiratet, ein Kind
  • Konfession: katholisch
  • Beruf: Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Rettungsassistent
  • Partei: seit 2011 Piratenpartei, zuvor SPD, Austritt „aus Frust“
  • Lebensstationen: 1981 in Gelsenkirchen geboren, in Gladbeck aufgewachsen, dort Abitur an der Waldorf-Schule,Studium der Politikwissenschaften (nicht abgeschlossen), Ausbildungen zum Rettungsassistenten sowie Gesundheits- und Krankenpfleger, seit 2005 in einem katholischen Krankenhaus tätig, berufsbegleitendes Studium in Gesundheitswirtschaft
  • Hobbys: Schalke 04, Schwimmen und Skateboardfahren
  • Lieblingsbuch: zu viel gelesen, um sich auf ein Buch festzulegen.
  • Lieblingsfilm: keinen
  • Lieblingsmusik: Musik der Richtung Ska

 

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