Tier-Zoff landet vor Gericht: Katze biss Schäferhund und verletzte das Frauchen

rnProzess um 4000 Euro

Oft lösen Fotos von Katzen Entzücken aus. Die Katzenfotos, die Mittwoch auf dem Tisch lagen, nicht. Sie waren Grundlage eines Zivilprozesses. Verrückt: Katze soll Schäferhund gebissen haben.

Castrop-Rauxel

, 23.01.2019 / Lesedauer: 3 min

So saßen sich die Halter von Hund und Katze im Castrop-Rauxeler Amtsgericht gegenüber. Die Halterin eines Schäferhundes als Klägerin, als Beklagter der Besitzer der Katze. Sie soll dem Hund vor mehr als einem Jahr an den Kragen gegangen sein. Beide Parteien hatten nun anwaltliche Unterstützung, um den Sachverhalt aufzuklären.

Die Besitzerin des Hundes verlangt 3848,08 Euro: 2000 Euro Schmerzensgeld und 1848 Euro Einkommensausfall brutto für vier Wochen, weil sie freiberuflich arbeitet. Aber was war überhaupt geschehen?

Katze griff im Partyraum an – erst Hund, dann Frauchen

Ausführlich ließ sich der Richter den angezeigten Vorfall schildern, bei dem außer den Tieren und der Klägerin niemand dabei war. „Ich wollte in den Trockenraum unseres Hauses und hatte meinen Hund dabei“, schilderte die Frau. Dazu habe sie den Partyraum durchqueren müssen. Der Hund sei erst bei ihr gewesen, dann durch den offenen Durchgang zurück in den Partyraum gelaufen, als sie plötzlich Unruhe vernahm. Sie sah zwischen Bar und Tisch ihren Hund, der mit dem Kopf ruckte. Die Klägerin bemerkte daraufhin, dass sich eine Katze an seiner Brust festkrallte. Schnell habe sie den Hund mit der linken Hand am Halsband gegriffen und ihn zurückgezogen.

Der Hund war die Katze los, doch die habe sich darauf in ihrer rechten Hand verbissen. Die Folgen: Operation, vier Tage Klinikaufenthalt, danach vier Wochen Arbeitsunfähigkeit. Als Hebamme habe sie ihren Job erst wieder ausüben dürfen, als alle Wunden verheilt waren.

Nachbars-Katze soll häufiger im Haus unterwegs sein

Das Tier des Nachbarn, der drei Katzen besitzt, so beteuerte die Frau, sei schon häufiger im Haus gewesen - bei anderen Nachbarn in der Wohnung wie auch vor ihrer eigenen Wohnungstür. Sie habe die Katze eindeutig erkannt, Fotos gemacht und dem Gericht vorgelegt.

Dort fügte der Anwalt, der den Beklagten vertritt, drei weitere Fotos hinzu. Er fragte die Klägerin, ob sie die Katze wiedererkenne. Was nur er wusste: Es waren Fotos verschiedener Katzen, alle jedoch weiß-grau, wie die fragliche. „Ich kann es nicht genau sagen“, sagte die Klägerin zögernd. „Vielleicht liegt es auch am anderen Blickwinkel.“

Vorschlag des Richters wird nicht angenommen

Den für das Urteil wichtigen Blickwinkel erläuterte der Richter beiden Parteien. Er sagte: „Es ist einzig die Sache des Richters zu entscheiden, ob es die Katze ist.“

Mit dem Urteil selbst dauert es noch. Der erste Vorschlag zur Güte, den Fall mit einer Zahlung von 650 Euro aus der Welt zu schaffen, schien nicht auf Gegenliebe zu stoßen. In drei Wochen soll die richterliche Entscheidung verkündet werden.

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