Trotz Teilerfolg vor Gericht: Beschützer bleiben an der Alten Eiche

rnWohnen an der Emscher

Nachdem ein Gericht den Eilantrag zur Fällung der Alten Eiche in Castrop-Rauxel abgelehnt hat, hatten die Baumbeschützer kurz Zeit zu feiern. Doch als gerettet sehen sie den Baum noch nicht an.

Habinghorst

, 25.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 250 Jahre alte Alte Eiche in Habinghorst ist vorerst gerettet. Am Freitag hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen den Eilantrag des Investors Dreigrund Development abgelehnt, die Fällgenehmigung der Stadt durchzusetzen. Der Investor wollte erreichen, noch vor Beginn der Schutzfrist für Bäume am 1. März die Eiche und rund 80 weitere Bäume auf dem Gelände fällen zu dürfen.

„Das ist ein riesiger Teilerfolg für uns“, sagte am Montag Wolfgang Schlabach vom Verein „Rettet die Alte Eiche“. Ein „Teil“-Erfolg, denn bis Freitag (28. Februar) könne der Investor noch Einspruch einlegen, so Schlabach. Außerdem laufen noch die Hauptsacheverfahren / Normenkontrollverfahren zur Alten Eiche.

„Wir werden weiter Wache halten“

Deshalb gebe es auch keinen Grund für den Verein, zu feiern und die Eiche als gerettet anzusehen. „Wir unterstützen weiter HambiPotter und werden weiter Wache halten“, kündigt Schlabach an.

Johannes, genannt HambiPotter, besetzt seit Oktober die Alte Eiche unweit der Emscher und will sie so schnell auch nicht verlassen. „Wir werden weiter aufmerksam bleiben, dass hier nichts passiert“, sagt HambiPotter am Montag im Telefonat mit unserer Redaktion.

Abwarten, wie es auf dem Areal weitergeht

Die Beschützer der Stieleiche wollen nun abwarten, ob und wie auf dem Gelände gebaut werden soll. Nach dem Urteil im Eilverfahren sei jetzt die Politik in Zugzwang, sagt HambiPotter. Für ihn wäre ideal, sagt er, wenn nicht nur die 250 Jahre alte Eiche stehen bleiben könnte, sondern auch die insgesamt 300 Bäume auf dem Areal.

Das Gerichtsurteil habe dazu geführt, „dass die gesamte Politik hellhörig geworden ist“, sagt Holger Steiner vom Aktionskreis „Rettet die Alte Eiche“. Das sei vor allem ein Verdienst von Thomas Krämerkämper vom BUND, der gegen die Fällung geklagt hatte. Nun müssten die Verantwortlichen in der Politik und der Investor nach einem Kompromiss für das Bauvorhaben suchen, so Steiner.

Gespräch mit Investor und Naturschützer geplant

Ende der Woche möchte der Bauausschussvorsitzende und CDU-Bürgermeisterkandidat Oliver Lind in einem Gespräch einen Plan zur Rettung der Alten Eiche schmieden. Am Freitag (28. Februar) will er mit Thomas Krämerkämper vom BUND, Baurätin Bettina Lenort und dem Investor Torsten Velhorst ein Gespräch führen.

Vom Verein oder dem Aktionskreis Rettet die Alte Eiche wird kein Vertreter an dem Gespräch teilnehmen. Aus der Politik möglicherweise auch niemand außer Lind. Bislang habe es an die Eichenfreunde keine Einladung gegeben, sagt Wolfgang Schlabach.

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