Tumult vor Kneipe und im Rochus: Mann rief Polizei und landete selbst in der Zelle

rnÄrger in der Altstadt

Ein schwarzer Tag für den Castrop-Rauxeler: Erst verlor sein Club an diesem Dezembertag im Revierderby. Dann wurde er zweimal in der Altstadt festgenommen. Dabei rief er die Polizei selbst.

Castrop-Rauxel

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Der 45-jährige Mann meldete zu später Stunde vor der Altstadt-Kneipe „Zum Bus“ einen Tumult. Gleich vier Einsatzwagen rückten daraufhin an. Weil der 45-Jährige seine Beobachtungen derart vehement schilderte und dabei wild mit den Armen fuchtelte, gehörte er zu denen, die die Polizei vorübergehend fixierte. „Er war laut und aggressiv, sodass wir annahmen, er würde schlagen“, schilderte ein Polizist seinen Eindruck. Weil er dabei rumgepöbelt habe, sprach die Polizei einen Platzverweis aus. Dann durfte der 45-Jährige gehen.

Er schlug den Weg zum Rochus-Hospital ein, weil die Schulter schmerzte. „Ich hatte mal einen Schulterbruch und wieder Schmerzen, weil mich die Polizisten hart angefasst haben“, sagte er jetzt vor Gericht. Er leide an einer Vorstufe der Osteoporose, seine Knochen brächen leicht. In der Notaufnahme des Krankenhauses angekommen, wurde er aber wieder auffällig: Er wollte sich nicht hinsetzen und beschimpfte die Krankenschwester, die ihn dazu aufgefordert hatte.

Angeklagter wollte Arzt im Krankenhaus helfen

Dann wollte er einem Arzt helfen, dessen Notfallpatient sich gegen eine Behandlung wehrte. „Ich regel das“, soll er gesagt haben. „Ich habe dem Angeklagten gesagt, er solle sich zurückhalten“, sagte der Arzt jetzt vor Gericht aus. Die Polizei habe er gerufen, weil sein Patient nicht nur alkoholisiert, sondern auch unruhig und wehrig gewesen sei.

Als die Beamten eintrafen, waren sie zunächst davon überzeugt, dass der 45-Jährige wieder Anlass für ihren Einsatz war. Zumal dieser wieder herumschrie und wild fuchtelte. Um mögliche Straftaten zu verhindern, sollte er nun mit zur Wache – in die Ausnüchterungszelle. „Weil er sich wehrte, mussten wir ihn zu Boden bringen und Handschellen anlegen“, schilderten die Polizisten im Zeugenstand.

Angeklagter hat 17 Vorstrafen

Morgens um 7 Uhr durfte der 45-Jährige dann gehen – immer noch mit einem Promille Alkohol im Blut.

17 Vorstrafen hat der Angeklagte schon. Er kassierte mehrfach Haftstrafen. Dagegen ging es diesmal glimpflich aus: Weil der Arzt nach einer Entschuldigung seine Anzeige zurückzog, war die Beleidigung vom Tisch. Der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte wurde mit einer Geldstrafe geahndet: Der Angeklagte habe sich zwar aktiv gewehrt, die Beamten aber nicht angegriffen. Er muss 500 Euro zahlen.

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