Leukämie: Typisierung soll Castrop-Rauxeler Anwalt das Leben retten

Krebs-Erkrankung

Anwalt Akin Özcan aus Castrop-Rauxel hat Leukämie. Helfen kann ihm nur ein Stammzellen-Spender. Um einen zu finden, sollen am Montag hundert Menschen typisiert werden. Jeder kann mitmachen.

Castrop-Rauxel

, 15.04.2021, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Akin Özcan hat Leukämie. Um einen Spender für ihn zu finden, findet am Montag (19.4.) eine Typisierung in Castrop-Rauxel statt.

Akin Özcan hat Leukämie. Um einen Spender für ihn zu finden, findet am Montag (19.4.) eine Typisierung in Castrop-Rauxel statt. © Privat

Von heute auf morgen schwerkrank: So geht es Akin Özcan (40), Anwalt aus Castrop-Rauxel. Er hat Leukämie, genauer gesagt akute myeloische Leukämie.

„Vor der Krankheit war er ein fitter Mann“, erzählt Castrop-Rauxels Bürgermeister Rajko Kravanja, der mit der Stadtverwaltung die Typisierungsaktion unterstützt. Jetzt sieht das anders aus. „Es gibt gute und schlechte Tage“, erzählt Schwester Aylin Özcan. „Vor drei Tagen konnte er gar nicht sprechen.“

Özcan ist in Castrop-Rauxel aufgewachsen und zur Schule gegangen. Seit Jahren ist er dort als Anwalt tätig. „Er ist ein richtiger Castroper Junge“, meint Bürgermeister Kravanja.

Er kennt Özcan aus dem Deutsch-Griechisch-Türkischen Partnerschaftsverein Castrop-Rauxel. Daneben war Özcan lange Zeit im Integrationsrat tätig. „Er schaut niemals auf sich und setzt sich immer für andere ein“, erzählt Kravanja. „Er unterstützt Menschen, wo er kann“, sagt Aylin Özcan.

Heilung nur durch Stammzellen-Spende möglich

Jetzt ist Özcan auf die Unterstützung anderer angewiesen. Er durchläuft eine Chemotherapie, pausiert derzeit aber, um zu sehen, wie die Therapie wirkt. Endgültig heilen kann ihn die Chemo aber nicht. Erst wenn das ganze Knochenmark zerstört ist und er von einem Spender oder einer Spenderin gesunde Stammzellen erhalten hat, kann er genesen.

Um einen möglichen Spender zu finden, findet am Montag (19.4.) in der türkischen Gemeinde in Castrop-Rauxel eine Typisierungsaktion statt. Die Aktion wird von der Westdeutschen Spenderzentrale (WSZE) unterstützt.

Hundert Personen können typisiert werden

Von 14 bis 18 Uhr sollen bis zu hundert Personen typisiert, also deren Gewebemerkmale bestimmt werden. Bei der Aktion kann jeder mitmachen. Die Typisierung dauert pro Person etwa 30 Minuten. Vor der Typisierung findet ein Aufklärungsgespräch statt. Danach wird ein Abstrich im Mund gemacht, der an die Uniklinik in Essen geschickt wird. Dort werden die Gewebemerkmale identifiziert.

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Damit eine Person als Spender für Özcan infrage kommt, muss ihr Gewebe in zehn Hauptmerkmalen mit Özcans Gewebe übereinstimmen. Die Wahrscheinlichkeit, bei der Aktion einen Spender für Özcan zu finden, sei klein, sagt Carlos Jiménez-Klingberg, Leiter der Stammzellenabteilung beim WSZE. Aber: „Selbst wenn man Özcan nicht helfen kann, dann zumindest potentiell hundert anderen Menschen.“

Spendenvorgang im Krankenhaus dauert rund fünf Stunden

Falls die Gewebemerkmale übereinstimmen, kommt auf den Spender eine längere Prozedur im Krankenhaus zu. Rund fünf Stunden kann der Spendenvorgang dauern. Der Spender wird an eine Maschine angeschlossen. Das Blut wird dann von einer Vene in die Maschine geleitet, die das Blut in ihre Bestandteile zerlegt. Die weißen Blutkörperchen werden gesammelt, der Rest wird wieder zurück in den Körper des Spenders geschleust.

Wer bereits bei einer anderen Datei typisiert wurde, muss sich kein zweites Mal bei der Westdeutschen Spenderzentrale typisieren lassen. Die Daten werden deutschland- und weltweit abgeglichen. Die Typisierung wird kostenlos angeboten. Jeder Test kostet den WSZE aber rund 50 Euro. Die WSZE bittet daher um Spenden an das Konto: WSZE Spenden-Konto Sparkasse Hagen IBAN: DE37 4505 0001 0100 2004 00 BIC: WELADE3HXXX Kennwort: Akin

Danach wird ausgezählt, wie viele Stammzellen in der Spende enthalten sind. Sollte die Zahl der Zellen nicht ausreichen, muss der Spender am nächsten Tag gegebenenfalls nochmal spenden.

Weltweite Suche nach Spender

Um einen Spender für Özcan zu finden, wird auch in der Türkei nach einer Person mit dem passenden Gewebe gesucht. „Das Thema wurde schon an die türkische Hilfsorganisation Roter Halbmond weitergeleitet“, sagt Kubilay Çorbaci, der bei der Organisation der Typisierungsaktion hilft.

Die Wahrscheinlichkeit, in der türkischen Gemeinde einen passenden Spender zu finden, sei höher. Personen, die wegen des Ramadans fasten, könnten sich ebenfalls typisieren lassen. „Die Typisierungsaktion hat keinen Einfluss auf fastende Menschen“, meint Çorbaci.

Akin Özcan kann erst wieder gesund werden, wenn ein passender Spender gefunden wird. „Wir hören nicht auf, bis wir jemanden finden“, sagt Jiménez-Klingberg. Für die Typisierung kann man sich unter 0157 50 707717 anmelden.

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