UBP und WIR gründen Fraktion

Polit-Poker

CASTROP-RAUXEL Neuer Polit-Poker im Rat. Nachdem sich Gisela Schrank (WIR) und Thomas Schmidt (UBP) jetzt zu einer UBP-Fraktion zusammengeschlossen haben, bilden im Gegenzug FWI und die Linkspartei eine gemeinsame Liste. So soll die rechtspopulistische UBP weiter ohne Stimmrecht in den Ratsgremien bleiben.

von Von Peter Wulle

, 10.12.2009, 07:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach der Sitzung vom 12. November kündigt sich auch für die heutige Ratssitzung ein strategisches Spielchen zur Besetzung der Ausschüsse und des EUV-Verwaltungsrates an.

Und darum geht's: Würde auf den Zusammenschluss von Unabhängiger Bürger Partei (UBP) und "Wähler Initiative Recklinghausen" (WIR), die jeweils einen Sitz im Rat haben, nicht reagiert, würden sich die Mehrheitsverhältnisse in den Ausschüssen verschieben. Der 13. Platz in den Ausschüssen würde jeweils im Losverfahren an FWI, Linke oder eben die UBP-Fraktion vergeben. Und FWI und Linke würden gegebenenfalls ihren Sitz in den Ausschüssen verlieren. Indem sie mit ihren jeweils zwei Ratsmitgliedern eine Liste bilden, müssen sie nicht mit der UBP teilen.

Geschickte StrategieGeschickt ist der Zusammenschluss von WIR und UBP dennoch. Als Fraktion haben sie künftig Antragsrecht im Rat. Nahm der Bürgermeister bisher Anträge von Thomas Schmidt (UBP) aus freien Stücken auf die Tagesordnung, so ist er demnächst dazu gezwungen. Außerdem kann die UBP dann auch geheime Abstimmungen im Rat beantragen. Ferner wird sie in beratender Funktion in allen Ausschüssen vertreten sein.

"Es passt"

"Wir haben uns getroffen und geguckt, ob es passt. Und ich denke es passt. Inhaltlich sind wir uns einig", erklärte Thomas Schmidt zu dem Zusammenschluss mit Gisela Schrank. Er selbst fungiert jetzt als Vorsitzender der neuen Fraktion. Der 29-jährige, freiberufliche Betriebswirt ist seit 2004 Mitglied im Rat. Die Castroper Geschäftsfrau Gisela Schrank wurde bei den Kommunalwahlen im August dieses Jahres für die WIR in den Rat gewählt.

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