Überraschende Wende im Molotow-Prozess

Brandanschläge in Habinghorst

Im Dezember 2013 gab es zwei Brandanschläge auf Häuser in Habinghorst. Die Ermittler verdächtigten zwei junge Männer aus Castrop-Rauxel und hatten daran kaum Zweifel. Doch nach dem Prozess im Dortmunder Landgericht gab es eine überraschende Wendung.

HABINGHORST

24.09.2015, 15:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Überraschende Wende im Molotow-Prozess

Innerhalb einer Woche wurden an der Ohmstraße zwei Brandanschläge auf zwei Häuser verübt.

Aufatmen bei zwei jungen Männern aus Castrop-Rauxel: Fast zwei Jahre nach zwei Brandanschlägen auf Wohnhäuser in Habinghorst hat das Dortmunder Landgericht die Angeklagten am Donnerstag freigesprochen. Für die Ermittler schien die Sache zunächst sonnenklar: Als Werfer der Molotow-Cocktails kamen ihrer Ansicht nach nur die beiden jungen Castroper in Betracht.

Polizei vermutete Racheakt

Wenige Wochen vor den Taten waren sie von einem Dealer-Konkurrenten massiv verprügelt und schwer verletzt worden. Und weil sich dieser Konkurrent häufig in den betreffenden Häusern in Habinghorst aufhielt, konnte es sich bei den Brandanschlägen nach Ansicht der Polizei nur um einen Racheakt handeln.

Und doch war womöglich alles ganz anders. Die Richter hatten am Ende des Prozesses jedenfalls so erhebliche Zweifel an der Schuld der beiden Castroper, dass ein Freispruch unausweichlich war. Während ein Zeuge zum Beispiel von drei Molotow-Cocktails gesprochen hatte, die unmittelbar nacheinander geworfen worden sein sollten, hatte die Polizei nur Spuren eines einzigen Brandsatzes gefunden. Auch eine Bewohnerin des Hauses in Habinghorst hatte auch nur einen Knall gehört.

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Und dann waren da ja noch die Verletzungen der Angeklagten, die diese sich wenige Wochen zuvor bei der Schlägerei mit dem anderen Dealer zugezogen hatten. Der eine hatte einen Schädelbruch, der andere hatte sich einen Sehnenriss im Knie zugezogen. Ein Physiotherapeut sagte dazu vor Gericht nur: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er mit dieser Knieverletzung schnell aus dem Auto springen und einen Brandsatz werfen konnte.“

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