Umweltschützer wütend über ignorante Reiter

Wagenbruch in Merklinde

Der Merklinder Naturschützer Christian Brodka wendet sich einmal mehr mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit: Nach uneinsichtigen Wildgrillern und rücksichtslosen Mountainbikern rund um das Biotop der ehemalige Tongrube Lessmöllmann hat er ignorante Reiter im Wagenbruch im Visier.

MERKLINDE

, 15.01.2016, 05:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Reiter würden sich trotz eindeutiger Hinweisschilder permanent rigoros über das dort bestehende Reitverbot hinwegsetzen. „Wenn ich sie daraufhin anspreche, stellen sie sich dumm und fragen auch noch ,Ach, ist hier Reitverbot?‘“, empörte sich Brodka am Donnerstag bei einem Ortstermin.

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Bei dem prangerte er allerdings nicht nur das Verhalten der Reiter an, sondern warf gleichzeitig auch den zuständigen Behörden Desinteresse und Untätigkeit vor. „Der Unteren Landschaftsbehörde liegt offenbar nicht viel an der Einhaltung der Reitverbote beziehungsweise der Plakettenpflicht für Pferde“, sagte Brodka. Ansonsten würden die Verstöße doch viel stärker verfolgt, so seine Vermutung. Ein Sprecher des Kreises Recklinghausen wies diesen Vorwurf am Donnerstag zurück.

Improvisierte Barrieren werden abgebaut

Konkret fordert Brodka, die für Reiter errichtete Barriere mit Fußgängerschleuse direkt am Castroper Bach am Westrand des Waldes so zu errichten, dass sie nicht mehr umritten werden kann. „Eine Reihe von Naturfreunden errichten schon zwischen Schleuse und abgezäunter Wiese mit Ästen Barrieren, aber die werden konsequent abgeräumt und dazu noch die Äste in den Bach geworfen“, so Brodka. „Es wäre doch ganz einfach, diese Lücke zu schließen“, meint Brodka.

Darüber hinaus fordert er eine weitere Fußgängerschleuse weiter oben am Ostrand des Wagenbruchs, wo Reiter vom Kirchfeld her trotz des neuen Naturschutzschildes mit Reitverbot in das Waldgebiet eindringen und den sowieso schon erodierenden Steilpfad weiter beschädigen. „Hier geht alles buchstäblich den Bach runter“, fürchtet der Merklinder.

Kommen die Reiter von den umliegenden Höfen?

Verantwortlich, so Brodka, seien gleichermaßen Reiter aus den umliegenden Höfen Knickenberg sowie Mittelviefhaus und Cranenhof im Bövinghauser Dorf. Gregor Knickenberg, Chef des Obercastroper Reiterhofes, wies im Gespräch mit unserer Redaktion zwar daraufhin, dass „meine Leute“ über das Reitverbot informiert seien, wollte aber nicht ausschließen, dass einzelne sehr wohl auch durch den Wagenbruch ritten. Gleichzeitig verwies er auch auf Reiter von Herner Höfen.

Kreisssprecher Jochem Manz räumte ein, dass die Problematik bekannt sei, man jedoch nicht allzu viele Möglichkeiten habe, Uneinsichtige aufzuspüren oder Reiten ohne Plakette zu ahnden. Durch Schilder und Sperren sei bereits „vieles getan, um dem Naturschutz zu seinem Recht zu verhelfen“, sagte er und fügte hinzu: „Es ist wie überall im Leben: Der überwiegende Teil hält sich an die Regeln, eine Minderheit tut es wider besseres Wissen nicht .“

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