Umweltsünder kippen gleich drei große Reifenstapel in Castrop-Rauxel ab

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Mindestens drei illegale Reifenhaufen sind in den letzten Tagen in Castrop-Rauxel gefunden worden. Angesichts der Menge an Reifen müssen die von gewerblichen Betrieben stammen.

Castrop-Rauxel

, 30.08.2020, 12:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unbekannte Täter haben in den letzten Tagen wieder einmal die Gelegenheit genutzt, Berge von Altreifen unbemerkt in der Castrop-Rauxeler Natur zu entsorgen. Angesichts der Reifenmengen müssen da gewerbliche Betriebe sich die legale Entsorgung gespart haben.

Wie etwa André Pfeiffer berichtet, habe man am Donnerstagmittag in unmittelbarer Nähe des Kanals einen großen Haufen von Reifen gefunden. „Unmittelbar an unserem Trainingsgelände der Bogensport-Abteilung der Schützengilde Habinghorst“, so Pfeiffer.

Ordnungsamt war schnell am Tatort

Nach Einschätzung der Schützen müsse sich der Vorfall am gleichen Tag zwischen 11.30 und 14.15 Uhr zugetragen haben. André Pfeiffer: „Wir haben es gegen 14.20 Uhr bemerkt, aber leider niemanden dabei gesehen.“ Man habe dann umgehend das Ordnungsamt über die Feuerwehr informiert.

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes hätten sich dann auch sehr zügig telefonisch bei den Habinghorster Schützen gemeldet, waren etwa eine Stunde später schon vor Ort und hätten sich der Sache angenommen.

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Wie in zwei Castrop-Rauxeer Facebook-Gruppen gemeldet wurde, handelte es sich bei dem Reifenfund der Schützen aber nicht um den einzigen derartigen Vorfall. Auch am Castrop-Rauxel-Weg, der Fortsetzung der Mengeder Straße zwischen Dingen und Oestrich, türmte sich am Wochenende ein Reifenberg auf, wie ein Castrop-Rauxeler dort mit einem Foto dokumentierte.

Und auch am anderen Ende der Stadt, im hohen Norden von Becklem, haben Unbekannte einen solchen Reifenberg auf einen Feldweg gekippt. Warum sich diese Vorfälle jetzt gerade wieder häufen, ist noch ungeklärt. Tatsache ist aber, dass auch in Recklinghausen in den letzten Tagen zwei solcher wilder Reifenkippungen entdeckt worden sind.

Gebührenzahler müssen Müllkippen bezahlen

Diese Vorkommnisse sorgen nicht nur in den Facebook-Gruppen für Diskussionen, sie kosten den Gebührenzahler auch viel Geld. Denn wilde Müllkippen sind laut Stadtbetrieb EUV ein großes in Problem. 90 Stück werden jährlich circa gemeldet, erklärte EUV-Sprecherin Sabine Latterner einmal. Dazu kommen weitere, die die Mitarbeiter des EUV bei ihren regelmäßigen Kontrollfahrten feststellen. In der Landschaft abgeladen wird die ganze Palette an Müll: Sperrmüll, Elektrogeräte, Hausmüll, aber gerade auch Autoreifen.

Solche Größenordnungen wie in diesen Tagen werden dabei auch von der Polizei bearbeitet. Gerade wenn die Gefahr einer Umweltgefährdung vorliege, beispielsweise die Verunreinigung des Bodens, handelt es sich um eine Straftat. Über die Höhe der Strafe müsse letztlich ein Richter entscheiden.

Als Ermittlungsbehörde fahndet die Polizei in solchen Fällen nach dem Verursacher; wobei sich die Ermittlungen bei illegal entsorgtem Müll, der auch Schriftverkehr und damit meist Namen beinhaltet, einfacher gestalten.

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