Am Engelsburgplatz in Richtung Bahnhofstraße sind viele Rad- und Autofahrer unterwegs. Das ist nicht immer ungefährlich. © Lydia Heuser
Radfahr-Unfälle

Unfallstatistik: Castrop-Rauxel Bahnhofstraße – sechs Radunfälle in 2020

An der Bahnhofstraße in Castrop-Rauxel passierten 2020 sechs Unfälle mit Radfahrern. Was genau passierte, zeigt eine Recherche in den Polizeimeldungen. Und: ADFC Castrop-Rauxel gibt Tipps zur Unfallprävention.

Der neue Unfallatlas des Statistischen Bundesamtes zeigt, wo es besonders häufig Unfälle im Pandemiejahr 2020 gab. Aus der Karte lassen sich neben Autounfällen auch solche mit Radfahrern ablesen.

Allein entlang der Bahnhofstraße gab es sechs Unfälle mit Autos und Radfahrern. Mindestens einer der Unfälle endete für den Radfahrer im Krankenhaus, wie man aus der Polizeimeldung entnehmen kann.

Im Unfallatlas ist der Crash als Unfall mit einem Schwerverletzten eingezeichnet.

Unfälle an der Bahnhofstraße

Am 4. Juni 2020 fuhr am Nachmittag eine 41-jährige Autofahrerin entlang der Bahnhofstraße, wie es in der Polizeimeldung heißt. Sie wollte auf die Straße „Am Graben“ abbiegen. Ein Radfahrer merkte „nach eigenen Angaben zu spät“, dass das Auto abbiegen wollte. Der 50-Jährige wollte mit seinem Rad weiter geradeaus und fuhr gegen das Fahrzeug.

Ein anderer Unfall passierte am 27. August gegen 19.45 Uhr an der Bahnhofstraße. Eine 38-jährige Castrop-Rauxelerin wollte vom Europaplatz auf die Bahnhofstraße einbiegen. Dabei touchierte sie mit dem Seitenspiegel ihres Autos einen 68-jährigen Radfahrer, der stürzte und sich leicht verletzte.

Am 3. September 2020 stießen gegen 9 Uhr am Morgen eine Radfahrerin und ein Auto zusammen. „Die Autofahrerin aus Castrop-Rauxel wollte von der Liebigstraße auf die Bahnhofstraße abbiegen. Dabei kollidierte sie mit der Radfahrerin aus Castrop-Rauxel, die auf der Bahnhofstraße Richtung Europaplatz unterwegs war“, heißt es in der Pressemeldung.

Trotz der zahlreichen Unfälle an der Bahnhofstraße, sagt Martin Kühl-Lukas vom ADFC Castrop-Rauxel: „Hotspots gibt es in der Stadt so nicht.“ Und bislang sei hier auch kein Radfahrer tödlich verunglückt, wie das in anderen Nachbarstädten passiert ist.

Die Stelle am Engelsburgplatz, die zur Bahnhofstraße wird, hält auch er für riskant. Er selbst sei dort immer mit Helm, Licht und gelber Weste unterwegs.

Unfälle durch unachtsame Autofahrer

Aber: „Wir hatten 2020 drei Dooring-Unfälle“, sagt der Radfahr-Experte. Damit sind Unfälle gemeint, bei denen ein Autofahrer unachtsam die Tür öffnet und übersieht, dass auf der Fahrbahn neben dem parkenden Auto ein Radfahrer entlang fährt. Die Unfälle können schmerzhaft enden für die betroffenen Radler, dabei lasse sich ein Dooring-Unfall leicht verhindern.

Martin Kühl-Lukas rät zum Holländischen Griff, der heiße deshalb so, weil er in den Niederlanden üblich sei. Und so funktioniert es: Wer mit der rechten Hand die Fahrertür öffnet, dreht sich automatisch so weit um, dass er mindestens in den Seitenspiegel schaut und sehen kann, ob sich ein Radfahrer nähert.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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