Unternehmerin könnte Gründerpreis abräumen

Castrop-Rauxelerin im Finale

Als Frau in einer Männerdomäne hat man es beruflich nicht leicht. Wenn man dann auch noch die Chefin ist, zählt man zumindest statistisch gesehen zur absoluten Minderheit. Doch Kerstin Neuhaus-Ameti aus Castrop-Rauxel liebt ihren Job – und ist erfolgreich darin. Sie ist eine von zehn Finalistinnen im Rennen um den Gründerpreis NRW 2015.

CASTROP-RAUXEL

, 26.10.2015, 05:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unternehmerin könnte Gründerpreis abräumen

Kerstin Neuhaus-Ameti (Firma Osucas) ist eine der zehn Finalisten um den Gründerpreis NRW 2015.

Die Geschäftsführerin der Osucas Metallspritztechnik an der Erinstraße ist mächtig stolz auf diese Ehre. „Als ich mich beworben habe, habe ich niemals damit gerechnet, so weit zu kommen“, sagt Neuhaus-Ameti, die als Frau in der Metallspritztechnik so etwas wie ein Unikat ist. Ihre Firma baut und verkauft Anlagen, die – zum Beispiel zum Korrosionsschutz – Metall auf Oberflächen spritzen können.

Mutiger Schritt für eine kleine Familie

Sechs Wochen nachdem ihr Sohn geboren wurde, machte sich die gelernte Industriekauffrau mit ihrem Mann selbstständig – das war 2010. Ein großer, mutiger Schritt für die kleine Familie. Zunächst hatten sie nur eine kleine Halle an der Merklinder Straße. „Die war überhaupt nicht repräsentativ“, sagt Kerstin Neuhaus-Ameti. Als ein Kunde aus Südafrika eine Anlage vor dem Kauf besichtigen wollte, war für die Geschäftsführerin klar, dass sie etwas ändern musste. Dass sie jedoch irgendwann einen Firmensitz im Erinpark haben würde, daran glaubte sie nicht. „Das war immer unser Traum“, sagt Neuhaus-Ameti. Vier Jahre nach der Firmengründung sollte er wahr werden.

In einer Männerdomäne 

Vor ihrer Selbstständigkeit arbeitete sie bei der Firma OSU Maschinenbau in Castrop-Rauxel. „Ich bin hier geboren, ich arbeite hier und ich lebe hier“, sagt Neuhaus-Ameti. Also Castrop-Rauxel durch und durch. Nach der Hauptschule war sie die erste weibliche Auszubildende in der Firma. Schon damals musste sie sich in der Männerdomäne beweisen. Das war nicht immer leicht, aber sie hat es geschafft. Nach der Ausbildung arbeitete sie sich hoch bis zur Verkaufsleiterin im Innendienst. Doch nach 25 Jahren kam für sie das Ende, die Firma wurde verkauft und zerlegt, Kerstin Neuhaus-Ameti war arbeitslos – und schwanger. Noch während des Mutterschutzes hatte sie die Idee, sich selbstständig zu machen. Es war anscheinend die richtige.

Heute hat das Unternehmen sieben Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte, sowie einen Auszubildenden – den ersten der Firma. „Ausbildung liegt mir aber am Herzen. Ich würde gerne weiter Menschen eine berufliche Chance geben“, sagt Kerstin Neuhaus-Ameti, die Anlagen in die ganze Welt verkauft.

Die Preisverleihung ist am 12. November in der Bochumer Jahrhunderthalle. Und wie bei der Oscarverleihung wird auch Kerstin Neuhaus-Ameti erst an diesem Abend erfahren, ob sie zu den drei Gewinnern zählt.

Hier geht es zur Webseite des Gründerpreises.

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