Mit einer kleinen Performance protestierten die Tierschützer gegen die Praxis der Stopfleber-Produktion, bei der Enten und Gänse mit Futter vollgestopft werden. © Thomas Schroeter
Demonstration

Viel Kunstblut floss vor Tante Amanda beim Protest von Tierschützern

Mit viel Kunstblut und eindeutigen Aussagen demonstrierten am Sonntagmittag etwa 50 Tierschützer gegen das Angebot von Stopfleber auf der Tante-Amanda-Speisekarte. Der Erfolg bleibt fraglich.

Im Restaurant Tante Amanda von Franz-Josef „Bubi“ Leuthold quasi auf der Stadtgrenze Dortmund und Castrop-Rauxel steht während der noch bis zum 31. Oktober laufenden „Menue-Karussell“-Aktion Stopfleber – auch „Foie gras“ genannt – auf der Speisekarte.

Gegen das Angebot gibt es Proteste von Tierschützern. Die haben Tante-Amanda-Betreiber Franz-Josef Leuthold nicht dazu bewegt, die Stopfleber von der Karte zu nehmen, wie es etwa ein Restaurant im Dortmunder Süden getan hat.

Auch eine Online-Petition, bei der über 100.000 Menschen dafür unterzeichnet haben, die Speise für alle am „Menue-Karussell“ teilnehmenden Restaurants zu verbieten, hat Leuthold nicht dazu bewogen, auf die umstrittene Stopfleber zu verzichten. Anders als Michael Dyllong in seinem Restaurant The Stage“ in Dortmund-Hombruch.

Rund 50 Tierschützer starteten den Protest

Und so starteten die Tierschützer der Organisation Peta jetzt die nächste Proteststufe und luden für Sonntag, 24. Oktober, in der Mittagszeit zu einer für zwei stunden bei der Polizei angemeldeten Demonstration vor dem Restaurant ein.

Peta-Sprecherin Jennifer Lerch (r.) wies die Tierschützer in ihre Spielszene ein.
Peta-Sprecherin Jennifer Lerch (r.) wies die Tierschützer in ihre Spielszene ein. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Mit Erfolg, denn rund 50 Tierschützer aus Castrop-Rauxel, Dortmund, aber auch von weiter weg stellten sich zu der Demo ein. Sie kritisieren Tierquälerei bei der Herstellung der Stopfleber. Dabei werden Enten und Gänse zwangsernährt. Über ein Rohr wird ihnen Mastfutter zugeführt. Dadurch wird die Leber schwerer und fetthaltiger.

Die Herstellung ist in Deutschland verboten – Verkauf und Verwendung etwa in Restaurants aber nicht. Das wollen die Peta-Aktivisten ändern, vor allen Dingen aber, so Peta-Sprecherin Jennifer Lerch bei der Demo: „Wir wollen die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, denn viele Menschen wissen vielleicht gar nicht, wie dieses Produkt hergestellt wird. Wenn es aber nicht mehr verlangt wird, wird es vielleicht auch bald nicht mehr angeboten.“

Diese Tierschützerinnen waren eigens aus Brilon zur Demo angereist.
Diese Tierschützerinnen waren eigens aus Brilon zur Demo angereist. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Vor Ort auf der Straße am Restaurant machten die Tierschützer die Tierquälerei mit einer Spielszene deutlich: Eine junge Dame lag dabei an einem Klapptisch wie tot, während ihr Tierfutter und „Blut“ aus dem Mund läuft, eine weitere Aktivistin wurde über einen Schlauch „gemästet“.

Die gesamte Szene wurde von etwa 45 bis 50 Demonstranten verfolgt, die sich an den Zufahrtsstraßen zu Tante Amanda mit Bannern, Bildern und Schildern aufgestellt hatten, um gegen die Stopfleber-Praxis zu protestieren.

Polizei beobachtete die Situation entspannt

Die Situation wurde von der Polizei beobachtet, die sicherstellte, dass die Straßen frei blieben und auch der Zugang zum Restaurant nicht blockiert wurde. Spaziergänger und Gäste auf der Tante-Amanda-Terrasse beobachteten das Schauspiel, das ruhig und offenbar auch ohne Zwischenfälle über die Bühne ging.

„Bubi“ Leuthold, der am Sonntag selbst andernorts unterwegs sein wollte, hatte im Vorfeld bereits angekündigt, dass die Aktivisten gern demonstrieren könnten: „Sollen sie machen, solange sie unser Hausrecht nicht infrage stellen“, erklärte Leuhold. „Das kann ja stattfinden, nur nicht auf unserem Grundstück.“

Rund 45 bis 50 Tierschützer demonstrierten am Sonntagmittag bei Tante Amanda gegen die Herstellung und Verwendung von Stopfleber.
Rund 45 bis 50 Tierschützer demonstrierten am Sonntagmittag bei Tante Amanda gegen die Herstellung und Verwendung von Stopfleber. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Einschüchtern lassen wollte er sich von der Demo aber nicht. Und das umstrittene Gericht weiter anbieten bis zum Ende des „Menuekarussells“. Danach werde man die Stopfleber nicht mehr von sich aus anbieten. „Nur noch auf Bestellung – so lange es erlaubt ist.“

Wenn es nach den Tierschützern geht, die am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein protestierten, wird das nicht mehr lange der Fall sein. Wie das der Gesetzgeber sieht, ist allerdings eine andere Sache.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter