Vier königliche Schwäne auf dem Gondelteich

Geschenk der Queen im Jahr 1952

Für gewöhnlich sorgen vier Schwäne in einem Teich nicht für große Aufregung. Im Jahr 1952 war das anders. In Massen pilgerten die Menschen in jenem Jahr an den Gondelteich im Stadtgarten von Castrop-Rauxel, um vier königliche Exemplare dieser Spezies in Empfang zu nehmen. Denn sie waren ein Geschenk aus England.

CASTROP-RAUXEL

, 21.04.2016, 15:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

Gesendet wurden sie von ihrer Majestät höchstpersönlich: Queen Elisabeth II., die in jenem Jahr den Thron bestieg. Und jene Queen, die man inzwischen auch in Castrop-Rauxel als handwedelnde Plastikfigur kaufen kann, feiert am Donnerstag ihren 90. Geburtstag.

Was liegt da also näher, als anlässlich ihres Ehrentags eine Geschichte aus dem Archiv zu kramen, die das britische Königshaus und die schöne Ruhrgebietsstadt Castrop-Rauxel verbindet?

Geste der Verständigung

Hinter der Entsendung der vier royalen Schwäne (es waren zwei Paare) steckte übrigens eine Geste der Völkerverständigung. Die Königin wollte nach Jahren der Weltkriege offenbar wieder für gute Beziehungen zu Deutschland sorgen, zumal die Briten Besatzungsmacht im Ruhrgebiet waren – und reagierte auf eine Anfrage eines Castrop-Rauxeler Stadtinspektors namens Hellmuth Neidhardt.

Dieser hatte in einer englischen Zeitung davon gelesen, dass es an der Londoner Themse zu viele gefiederte Schnabeltiere gäbe und fragte kurzerhand per Brief nach, ob man nicht ein paar Tiere für Castrop-Rauxel übrig hätte – so jedenfalls ist die Story überliefert. Und so wurden die vier Schwäne mit dem königlichen Schwan-Hüter Frederik Turk ins Ruhrgebiet geflogen.

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Und wie ging es mit den Beziehungen zum Königshaus weiter? „Da hat es meines Wissens gar keine mehr gegeben“, sagt Stadtarchivar Thomas Jasper. Ob das wohl daran lag, dass die Schwanenpaare die Population im Castrop-Rauxel nicht vergrößern konnten?

Geschichte wiederbelebt

Umso erfreulicher also, dass die Geschichte vor drei Jahren ihren Weg ins Radio fand, als Castrop-Rauxel beim Wettbewerb „WDR 2 für eine Stadt“ teilnahm und der damalige Bürgermeister Johannes Beisenherz als Queen verkleidet auf dem Marktplatz den Geist der Schwäne wieder aufleben lies. Der Vermehrung der Schwanpopulation nutzte das aber nichts. Ob die Queen nicht noch ein paar Tiere für Castrop-Rauxel übrig hätte?

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