Vollsperrung der Recklinghauser Straße droht

Wegen Hohlräumen

Der Verdacht auf weitere Hohlräume unter der Recklinghauser Straße in Castrop-Rauxel hat sich bestätigt. Im Dezember hatte sich unter einem Jungen plötzlich der Boden aufgetan - das Ickerner Loch. Die Behörden untersuchten den Untergrund. Möglicherweise droht sogar noch eine Vollsperrung der kompletten Fahrbahn.

ICKERN

, 04.02.2016, 18:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vollsperrung der Recklinghauser Straße droht

Die Baustelle am "Ickerner Loch" im Seitenspiegel - vielleicht befinden sich Hohlräume auch unter der Straße.

Die mögliche Vollsperrung deutete Frank Hausendorf vom zuständigen Betrieb Straßen.NRW am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion an. „Vier Tonnen Füllmaterial hatten wir bis gestern schon verpresst und noch mindestens acht weitere Tonnen werden wir hineinpumpen müssen“, erklärte Hausendorf.

Nach seinen Worten laufen die Arbeiten folgendermaßen ab: Unmittelbar nachdem Hohlräume entdeckt werden, werden mit einer Kamera die Bohrlöcher untersucht, um das Ausmaß des unterirdischen Loches feststellen zu können. Anschließend werde schnell aushärtendes Dämmmaterial verpresst. Hausendorf: „Wir haben viel Grundwasser im Bereich der Bohrungen, das müssen wir zunächst mit Tauchpumpen leerpumpen."

"Im schlimmsten Fall" droht die Straßensperrung

Nach den Donnerstag noch anstehenden Untersuchungen mit Kameras werde entschieden, wie und wo es weitergehe. Hausendorf weiter: „Wir bohren derzeit noch seitlich der Straße. Im schlimmsten Fall müssen wir aber auch in die Straße rein und dazu müssten wir sie natürlich voll sperren.“ Eine solche Option bestehe, räumte er auf Nachfragen ein.

Wann die gesamte Aktion abgeschlossen ist, konnte Hausendorf am Donnerstag noch nicht sagen. „Im schlimmsten Fall zieht sich das noch die gesamte nächste Woche hin“, erklärte er. 

Ausgangspunkt der Bohrungen war das so genannte „Ickerner Loch“, das sich Anfang Dezember 2015 unversehens an der Haltestelle „Lerchenstraße“ in Richtung Ickern Zentrum aufgetan und einen 16-jährigen Schüler verschluckt hatte.

Anschließend hatte es zahlreiche Hinweise alter Ickerner gegeben, dass sich an der Stelle früher ein Schutzstollen befunden habe. Dieser war im Herbst 1944 unter dem Beschuss englischer Kampfflugzeuge eingestürzt und hatte Dutzende von Zivilisten unter sich begraben.

Horst Hammelstein, Vater des verletzten Jungen, hatte unmittelbar nach dem Vorfall wiederholt Probebohrungen gefordert und zuletzt über seinen Anwalt Klage eingereicht.

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