Vom Polizistinnen-Beißer zum Polizeihund

Kuriose Karriere

Vor knapp sechs Monaten hat ein Schäferhund aus Castrop-Rauxel eine junge Polizistin angegriffen und gebissen - mit schmerzhaften Folgen bis heute. Nun wurde der Fall vor Gericht verhandelt. Doch inzwischen hat der Vierbeiner die Seiten gewechselt. Er wird zum Polizeihund ausgebildet.

CASTROP-RAUXEL

, 21.04.2015, 18:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Polizist und Hundeführer Stephan Dey überwacht im hessischen Ausbildungszentrum für Polizeihunde in Mühlheim am Main das Training von Polizeihund Pecco (Rasse Holländischer Schäferhund - Foto vom 11.07.2012). Der Fachbereich Diensthundewesen der Polizeiakademie Hessen kümmert sich seit 1954 um die Ausbildung seiner Polizisten auf vier Pfoten. Foto: Fredrik von Erichsen dpa/lhe (zu lhe 0569 vom 02.08.2012)  +++(c) dpa - Bildfunk+++

Der Polizist und Hundeführer Stephan Dey überwacht im hessischen Ausbildungszentrum für Polizeihunde in Mühlheim am Main das Training von Polizeihund Pecco (Rasse Holländischer Schäferhund - Foto vom 11.07.2012). Der Fachbereich Diensthundewesen der Polizeiakademie Hessen kümmert sich seit 1954 um die Ausbildung seiner Polizisten auf vier Pfoten. Foto: Fredrik von Erichsen dpa/lhe (zu lhe 0569 vom 02.08.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Vom Polizistinnen-Beißer zum Polizeihund: Diese unglaubliche Hundekarriere offenbarte sich bei einer Verhandlung am Amtsgericht am Mittwoch. Angeklagt war die ehemalige Besitzerin des Hundes aus Castrop-Rauxel wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Der 48-Jährigen gehörte der Hund, als zwei Polizistinnen zu ihr kamen, um Zustand und Unterbringung des Tieres zu prüfen. Der Polizei lag eine Mitteilung vor, in der es hieß, der Hund wäre verwahrlost, unterernährt und habe Wunden durch ein Stachelhalsband. Außerdem sei der Zwinger heruntergekommen.

"Hund sah ordentlich aus, gut ernährt"

Nichts davon bewahrheitete sich beim Besuch der Polizistinnen. „Der Hund sah ordentlich aus, gut ernährt“, sagte die 25-jährige Polizistin aus, die kurz darauf von dem Schäferhund in den rechten Arm gebissen wurde.

Die Besitzerin hatte das Tier aus dem Zwinger geholt und demonstrieren wollen, wie folgsam das Tier ist. Doch der Hund sprang die Polizistin an und biss in ihren Arm, bis die Kollegin mit Pfefferspray dazwischen ging.

Besitzerin machte sich stark für den Hund

Pikant: Am Tatort hielt sich auch die Tochter der Angeklagten auf. Die scheint hinter den Kulissen für jede Menge Aufruhr gesorgt zu haben, um ihrer Mutter - zu der sie kein gutes Verhältnis haben soll - übel mitzuspielen.

Sie hatte offenbar der Polizei die falschen Informationen über den Hund zukommen lassen und ihn auch bewusst irritiert. Vor Gericht sagte die 25-Jährige am Dienstag nicht aus. Sie machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Der Hund hat nach dem Vorfall auf Vermittlung seiner Hundeschule einen neuen Besitzer gefunden. Und der bildet ihn momentan zum Polizeihund aus. Das Verfahren gegen die Vorbesitzerin wurde gegen Zahlung einer Geldbuße von 600 Euro eingestellt.

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